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Experte: Sandsturm in Ankara wurde durch Klimawandel verursacht

14.9.2020 17:39 Uhr

Am Samstag fegte ein Sandsturm über die türkische Hauptstadt Ankara hinweg. Der Präsident der Kammer für Umweltingenieure, Cem Ferda Tuncer, erklärte in der türkischen Tageszeitung Hürriyet, wie es dazu kommen konnte.

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Man betrachte diesen Sandsturm als lokales Ereignis, welches durch den globalen Klimawandel hervorgerufen wurde, so Tuncer. Der Sandsturm werde sich aber nicht langfristig auf die landwirtschaftlichen Flächen um Ankara herum auswirken. Nur wer zur Risikogruppe gehöre, solle sich, wenn möglich, bis zu 48 Stunden nach einem Sandsturm lieber in geschlossenen Räumen aufhalten.

Sandstürme werden stärker und häufiger

Sand- und Staubstürme, die zum natürlichen Kreislauf der Welt gehören würden, treten aufgrund des Klimawandels mit zunehmenden Tendenzen auf. Nach aktuellen Klimaprojektionen würden Sand- und Staubstürme mit zunehmender Häufigkeit und Schwere der vorausgegangenen Dürre voraussichtlich intensiver sein. Man sehe einen Unterschied zu früheren Sandstürmen und den heutigen. Bereits 2012 kam es zu einem Sandsturm über Ankara, dieser habe allerdings nicht so große Aufmerksamkeit erregt, da er nicht in Bodennähe stattgefunden habe. Der letzte Sandsturm trat am 4. September auf einer Autobahn in Konya auf und verursachte einen Verkehrsunfall

Sandstürme nichts Ungewöhnliches

Jedes Jahr gelangen etwa zwei Milliarden Tonnen Staub und Sand in die Erdatmosphäre. Rund 70 Prozent des Sand und Staubes, der über der Türkei niedergehe, komme aus der Wüste Sahara. Doch nicht so bei diesem Sandsturm. Dies seien Sand- und Staubmassen gewesen, die durch heftige Südwinde von Konya nach Ankara geweht wurden, so Tuncer.

Keine langfristigen Auswirkungen auf die Landwirtschaft

Der Sandsturm habe keine ernsthaften langfristigen Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Bodenfruchtbarkeit in der Region. Es gebe allerdings sensible Risikogruppen, die man im Hinblick auf die Umweltgesundheit definiere: Dazu gehören Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen und Herzerkrankungen, Kleinkinder und Schwangere. Diese Personen sollten in den ersten 48 Stunden nach dem Sandsturm vorsichtiger sein. Die Staubpartikel hätten sich mittlerweile abgesetzt oder seien durch den Regen weggespült worden und nun nicht mehr in der Atmosphäre, so Tuncer.

Es war ein "Habub"-Sandsturm

Tuncer erklärte, dass der Sandsturm vom Samstag als "Habub" definiert werde und erklärte: "Es ist ein sehr starker Sand- und Staubsturm in Bodennähe. Bei der Bezeichnung handelt es sich um ein Wort arabischen Ursprungs. Er tritt normalerweise in Gebieten in der Nähe von Staubquellen auf und wird nicht über große Entfernungen transportiert. Der Sandsturm ist darum ein lokales Ereignis." In Nordafrika und auf der Arabischen Halbinsel sei dies ein weitverbreitetes Phänomen, in der Türkei käme es seltener zu "Habubs" in Südost- und Zentralanatolien.

Was tun, wenn man in einen Sandsturm gerät?

Die türkische Katastrophenschutzbehörde AFAD veröffentlichte am Sonntag einen Leitfaden zum Thema, was man tun soll, wenn man in einen Sandsturm gerät:

  • Mund und Nase sollten durch eine Maske, Schal oder Tuch geschützt werden
  • Auch die Augen sollten bedeckt werden, beispielsweise durch eine Brille oder Sonnenbrille
  • Suchen Sie Schutz in geschlossenen Räumen oder
  • Suchen Sie einen erhöhten Ort auf, da sich Sandstürme meist auf Bodennähe entwickeln
  • Passen Sie vor herumwirbelnden Gegenständen auf
  • Laufen Sie nicht durch den Sturm sondern warten Sie an einem geschützten Ort – beispielsweise dem Auto – das Ende des Sturms ab

(be)

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