Hürriyet

Experte: Istanbul hat nur noch Wasser für 70 - 80 Tage

7.10.2020 19:43 Uhr

In diesem Jahr stiegen die Temperaturen in der Türkei höher als erwartet. Die Wasserpegel der Dämme sanken insbesondere in Istanbul, wo im September viel weniger Niederschlag fiel als sonst.

Das Jahr 2020 war bisher eines der heißesten und trockensten Jahre in der Türkei. Die Temperaturen blieben über das ganze Jahr im Land über den saisonalen Normalwerten.

In Istanbul fielen zudem nur etwa 22 Kilogramm Niederschlag, wo im September normalerweise durchschnittlich 65 Kilogramm Niederschlag erwartet werden. Diese besorgniserregende Situation führte zu einem Rückgang bei den Wasserpegel der Staudämme, die in Istanbul auf 35,72 Prozent gesunken sind.

Sazlidere-Damm in Istanbul (Bild: Hürriyet)

Der Präsident des Meteorologielabors an der Universität Bogazici, Adil Tek, erklärte, "dass in Istanbul noch etwa 70-80 Tage Wasser übrig" seien. Sparmaßnahmen seien in der Metropole daher nun dringend erforderlich.

"Unsere Wasserverbrauchswerte müssen etwas weiter gesenkt werden. Klimamodelle für die kommenden Monate sagen, dass die Situation nicht sehr angenehm ist", so die Angaben von Tek.

Kein Schnee in diesem Winter in Istanbul

"Die Wahrscheinlichkeit von Schnee in diesem Winter in Istanbul ist gering. Die Temperaturen werden im Oktober immer noch über den saisonalen Normalwerten liegen. Dies verringert die Möglichkeit von Schneefall in Istanbul. Natürlich wirkt sich dann der fehlende Schneefall erneut besonders auf die Dammbelegungsrate aus", fuhr Tek fort.

(Bild: Hürriyet)

Das ganze Land würde einen sehr trockenen Oktober erwarten. Aber besonders die Regionen Marmara, Ägäis und der westliche Mittelmeerraum seien stark betroffen.

Höherer Wasserverbrauch wegen Corona-Pandemie

Ein Fakultätsmitglied der Technischen Universität Istanbul, Prof. Dr. Hüseyin Toros, hatte letzte Woche festgestellt, dass der Wasserstand in den Dämmen in Istanbul unter 40 Prozent gefallen war.

Er erklärte, dass das Jahr 2020 trockener sei als in den Vorjahren und sagte: "Ab 2020 ist das Wetter in Istanbul im Vergleich zu den Vorjahren etwas trockener. Wir können diese Situation anhand der Dämme sehen. Der Wasserverbrauch in Istanbul ist höher. Wir verbrauchen möglicherweise mehr Wasser, weil wir zu Hause sind. Vielleicht verbrauchen wir mehr Wasser, weil uns Sauberkeit mehr denn je am Herzen liegt."

"Es ist notwendig, Wasser effizient zu nutzen", so die wegweisenden Aussagen des Professors.

(gi)

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