Hürriyet

Experte: "Einkaufszentren in der Türkei werden überleben"

22.6.2020 20:51 Uhr

Wochenlange Schließungen und heftige Umsatzeinbußen: Der Lockdown durch die Corona-Krise hat die großen Einkaufszentren in der Türkei hart getroffen. Selbst jetzt, wo viele Shopping Malls im Zuge der Corona-Lockerungen wieder geöffnet haben, sind die Menschen im Lande noch zurückhaltend.

Doch Avi Alkas, bekannter Experte und Manager in der Branche, ist überzeugt, dass sich die Einkaufszentren wieder erholen werden. "Wie die großen Basare in der ganzen Türkei, die seit Jahrhunderten existieren, werden unsere Einkaufszentren nicht sterben. Die Menschen lieben Einkaufszentren in unserem Land“, sagt er in einem Interview mit der "Hürriyet". Selbst in kleineren Städten in Anatolien würden die Mütter ihre Töchter eher in einen größeren Supermarkt schicken, als in das Dorflädchen um die Ecke, betont der Fachmann.

Einkaufszentren werden sich verändern

Obwohl es "langsam bergauf" gehe, stellt Alkas die Unternehmer und Betreiber der Einkaufszentren auf weiterhin harte Zeiten ein - zumindest vorerst. "Die Menschen können sich nun wieder fast normal in den Städten bewegen, halten sich in ihrem Konsumverhalten aber noch zurück. Wir werden einen harten Sommer haben", so der Experte. Im Herbst, spätestens aber im Winter, sei die härteste Zeit durchgestanden, prognostiziert er.

Alkas ist zudem überzeugt, dass sich der generelle Markt und auch das Angebot der Shopping Malls in der Türkei verändern wird. "Wir hatten schon vor der Pandemie wegen Gesetzesänderungen, erhöhten Mietzahlungen und Kaufkraftverlust eine leichte Krise. Damit die Geschäfte überleben können, wird es Zusammenschlüsse, vor allem von kleinen und großen Unternehmen, geben. Dadurch werden Einkaufszentren mit einer völlig neuen Ausrichtung entstehen. Zum Beispiel Läden, die sich vorwiegend auf medizinische Produkte konzentrieren", erklärt er.

Online-Shopping keine Gefahr

Das Online-Shopping, das die Türken durch Corona auch sehr lieben gelernt haben, sieht Alkas als keine zunehmende Gefahr für das klassische Einkaufsgeschäft. Man könne zusammen weiter wachsen. Manchmal seien es triviale Gründe, warum die Kunden online kaufen oder in ein Geschäft gehen, so der Experte, der aus eigener Erfahrung berichtet. "Ich wollte letztens etwas übers Web bestellen. Als sie mir sagten, dass sie erst in sieben Tagen liefern können, bin ich doch in einen Laden gegangen."

(bl)

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