dpa

Ex-Wachmann wegen Untätigkeit festgenommen

5.6.2019 14:18 Uhr

Am 14. Februar 2018 stürmt ein 19-Jähriger eine Schule in Florida und tötet 17 Menschen. Ein Wachmann wurde nun wegen Untätigkeit festgenommen und angeklagt. Er versteckte sich während des Massakers für 45 Minuten mit gezogener Waffe, anstatt die Schüler zu schützen. Dem Wachmann drohen nun bis zu 97 Jahre Haft, wie die örtliche Zeitung "Sun Sentinel" berichtet.

Dem 56-Jährigen werde unter anderem vorgeworfen, seine Pflicht verletzt zu haben, die Kinder zu schützen, berichteten US-Medien unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Statt einzugreifen, habe sich der inzwischen pensionierte Hilfssheriff damals zurückgezogen und 48 Minuten lang mit gezogener Waffe versteckt, während in der Schule die Schüsse fielen, zitierte die Zeitung aus einem Untersuchungsbericht.

Sündenbock?

Der Anwalt des 56-Jährigen wies die Vorwürfe zurück und erklärte, der Mann werde zum Sündenbock gemacht. Ein weiterer Beamter wurde ebenfalls wegen Untätigkeit entlassen, aber nicht angeklagt. Er habe sich damals zehn Minuten lang hinter einem Auto versteckt, ohne sein Funkgerät einzuschalten, hieß es.

Am 14. Februar 2018 hatte an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland ein 19-Jähriger 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen. Der Schütze wurde festgenommen. Überlebende Schüler hatten nach dem Blutbad eine Protestaktion gegen Waffengewalt und für striktere Waffengesetze in den USA gestartet, die zu einer landesweiten Bewegung wurde.

(be/dpa)