epa/Harald Schneider

Ex-Minister wegen Mordauftrag vor Gericht

23.5.2019 20:40 Uhr

Seit Donnerstag steht der frühere Wirtschaftsminister Sloweniens und Medienmogul Pavol Rusko wegen eines Schwerverbrechens vor Gericht. Der 55-Jährige soll im Jahr 1997 bei einer lokalen Mafiagruppe die Ermordung seiner damaligen Geschäftspartnerin Sylvia Volz bestellt haben.

In die Tat umgesetzt worden sei der Mordplan nur deshalb nicht, weil der Chef der Mafiagruppe wegen anderer Delikte verhaftet worden sei. Rusko droht im Fall einer Verurteilung lebenslange Haft.

Aussage eines Mafiabosses

Die Anklage stützt sich vor allem auf die Aussagen des damaligen Mafiabosses Mikulas Cernak und eines weiteren der insgesamt drei Mitangeklagten. Sie hatten der Polizei den Mordplan gestanden und Rusko als Auftraggeber genannt. Cernak und seine mutmaßlichen Komplizen sind bereits wegen anderer Morde rechtskräftig zu lebenslänglichen Gefängnisstrafen veurteilt.

Rusko galt als einer der mächtigsten Männer der Slowakei, nachdem er im Jahr 1996 den bis heute erfolgreichsten privaten Fernsehsender TV Markiza gegründet hatte und aus dem Ertrag auch mehrere Printmedien finanziert hat. Als er 2003 Wirtschaftsminister und Vize-Regierungschef wurde, musste er sich schrittweise von seinen Eigentumsanteilen trennen.

(Bild: Pavol Rusko ist der Mann in der Mitte. Anm. d. Red.)

(an/dpa)

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