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Ex-Minister Asyow in Haft

27.3.2019 11:29 Uhr

Wegen Betrugsverdachts in Millionenhöhe ist der frühere russische Minister Michail Abysow verhaftet worden. Das teilte das Staatliche Ermittlungskomitee in Moskau am späten Dienstagabend mit. Die Behörde ist direkt Präsident Wladimir Putin unterstellt, der nach Kremlangaben vorab über die Ermittlungen informiert war.

Abysow (46) war bis 2018 auf Ministerebene für das Projekt "Offene Regierung" zuständig, das Transparenz der Staatsmacht und Bürgernähe garantieren sollte. Zuvor war er im Beraterstab Putins tätig. Ihm wird vorgeworfen, in seiner Zeit als Minister vier Milliarden Rubel (rund 55 Millionen Euro) aus mehreren Unternehmen entwendet und das Geld ins Ausland geschafft zu haben. Er soll als Anführer einer kriminellen Gruppe die Konzerne betrogen haben. Details sind bislang nicht bekannt. Dem ehemaligen Politiker drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Unter einem Vorwand nach Moskau gelockt

Medienberichten zufolge soll Abysow, der in Italien lebt, unter einem Vorwand nach Moskau gelockt worden sein. Bei einem angeblichen Treffen mit Regierungschef Dmitri Medwedew sollte er geschäftliche Angelegenheiten besprechen. Bei der Ankunft in Russland habe ihn bereits der Inlandsgeheimdienst FSB erwartet, hieß es.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein ranghohes Regierungsmitglied aus dem Kabinett Medwedew mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert wird. 2016 wurde der damalige Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew wegen Erpressung und Annahme von Schmiergeldern festgenommen und zu acht Jahren Straflager verurteilt.

(an/dpa)