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Ex-GZSZ-Star Mustafa Alin filmt heimlich als Corona-Leugner im Krankenhaus

4.12.2020 15:03 Uhr

Ob die Aktion der seit einigen Jahren eher ruhenden TV-Karriere von Mustafa Alin einen Schub verleiht? Der Ex-GZSZ-Star schlich sich unter Vortäuschung einer Erkrankung in die Paracelsus-Klinik in Langenhagen bei Hannover und filmte dort heimlich. Er selbst sagte, er wolle beweisen, dass die Pandemie des Coronavirus und die folgende Erkrankung an Covid-19 eine einzige große Lüge sei. Alin spielte von 2013 bis 2017 eine Hauptrolle bei "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (GZSZ) auf RTL. Sein Charakter in der Daily Soap war Mesut Yildiz. Heute betreibt der Schauspieler, der kurdisch-jesidische Wurzeln hat, ein Döner-Lokal in Wunstorf bei Hannover.

Nach der Schauspielkarriere, die mit dem Ausscheiden bei GZSZ nahezu ihr Ende fand, versuchte sich Alin wohl nun als "Investigativ-Journalist". Unter dem Vorwand, er habe eine Verletzung – im Video sprach er von der "Bandscheibe" – verschaffte er sich unberechtigten Zugang zur Paracelsus-Klinik in Langenhagen. Dabei filmte er ohne Drehgenehmigung und Erlaubnis der Klinikleitung heimlich mit versteckter Kamera im Krankenhaus bei Hannover. Alin, der wie Attila Klaus Peter Hildmann Verschwörungstheorien anzuhängen scheint, wolle nach eigenen Aussagen damit beweisen, dass das Coronavirus eine Lüge sei.

Keine Aufmerksamkeit geben: Paracelsus-Klinik sieht von Klage ab

In seinem Video kommentiert der ehemalige Mime, die leeren Gänge seien ein Beweis für seine eher krude These, dass Covid-19 nicht existent sei. Das betroffene Krankenhaus äußerte sich gegenüber Hürriyet.de dazu und teilte mit, leere Gänge gebe es vor allem deshalb, weil man als Krankenhaus darauf achten würde, die Kontakte zu minimieren und so Ansteckungen innerhalb der Klinik zu verhindern. Für Personen, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus bestünde, gebe es zudem separierte Zugänge und positive Fälle seien vom Rest der Klinik abgeschirmt, um eine weitere Virus-Ausbreitung bei vorerkrankten Menschen in einem Krankenhaus zu vermeiden. Zu den leeren Gängen sagte Frau Dirten von Schmeling, Pressesprecherin des Klinikums, gegenüber Hürriyet.de: "Die Gänge sind auch deshalb leer, weil er sich an einem Sonntag zum Teil im Verwaltungstrakt aufhält und weil es darüber hinaus ein striktes Besuchsverbot in all unseren Häusern gibt. Covid-19-Patienten werden isoliert untergebracht."

Frau von Schmeling, erklärte weiter: "Wie wir bereits betonten, ist solch ein Video ein Schlag ins Gesicht des medizinischen Personals, das jeden Tag über die Grenzen hinaus geht, um das Virus einzudämmen." Das Krankenhaus sieht den Fall bei der Polizei, die in dem Fall ermittelt, ob der Ex-Schauspieler zu weit gegangen ist, in allerbesten Händen. "Um was geht es diesen Personen? Um Aufmerksamkeit. Wir haben innerhalb der Klinik diskutiert, ob wir juristische Schritte gegen den Ex-Schauspieler einleiten. Davon sehen wir jedoch ab, denn exakt diese Aufmerksamkeit wird er von uns nicht über den Klageweg bekommen." Der Fallout via Social Media ist für Alin wohl nicht so, wie er ihn sich gewünscht hätte. Krankenhäuser gelten nicht nur in Corona-Zeiten als sehr sensibler Bereich und entsprechend fällt das Feedback - außerhalb der Verschwörungs-Bubble - in der Social-Media-Community eher negativ aus.

(ce)

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