epa/Victor Lerena

Ex-Geheimdienstchef von Venezuela in Spanien untergetaucht

13.11.2019 23:51 Uhr

Der Ex-Geheimdienstchef Venezuelas, Hugo Carvajal, ist offenbar in Spanien gesehen worden. Die USA beschuldigen ihn in Drogengeschäfte verwickelt zu sein. Nach dem 59-Jährigen werde derzeit gefahndet, berichtete die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf Polizeiquellen.

Ein Gericht in Spanien hatte vor wenigen Tagen entschieden, dass der frühere Politiker und Ex-General nun doch an die Vereinigten Staaten ausgeliefert werden soll, nachdem ein anderes Gericht im September seine Auslieferung zunächst abgelehnt hatte.

Carvajal twitterte, er sei auf freiem Fuß

Damals war Carvajal auch vorläufig aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Als Beamte ihn nun in seinem Haus in Madrid festnehmen wollten, wurde er dort Medienberichten zufolge nicht angetroffen. Erst am Wochenende hatte Carvajal getwittert, er sei weiter auf freiem Fuß und befinde sich in Madrid.

Carvajal, ein Unterstützer des venezolanischen Oppositionsführers Juan Guaidó, war Mitte März mit falschen Papieren nach Spanien eingereist. Im April wurde er in Madrid festgenommen. Zur Begründung hieß es, Carvajal werde von der amerikanischen Justiz wegen schwerer Vergehen gesucht und es bestehe Fluchtgefahr. Vor Gericht hatte er die Vorwürfe des Drogenhandels aber zurückgewiesen. Seit Mitte September war er auf freiem Fuß, musste sich aber alle zwei Wochen beim Gericht melden.

Carvajal hatte im Februar für Aufsehen gesorgt, als er überraschend die Fronten gewechselt und in Videos auf Twitter dem selbst ernannten Interimspräsidenten Guaidó seine Unterstützung zugesagt hatte. Er ist bisher der wohl einflussreichste Offizier des venezolanischen Militärs, der sich in dem Machtkampf auf die Seite des Oppositionsführers schlug. Carvajal warf dem linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro vor, für die Lebensmittel- und Medizin-Knappheit in dem südamerikanischen Land verantwortlich sein.

(an/dpa)

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