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Ex-Büroleiter sagt aus

7.9.2019 21:14 Uhr

Im Sudan beginnen die großen Korruptions- und Geldwäscheprozesse gegen den abgesetzten Staatschef Omar al-Baschir. Nun muss sein früherer Büroleiter vor Gericht aussagen. Al-Baschir sei zwar der Einzige gewesen, der Zugang zu einem Raum voller Devisen hatte, erklärte Jassir Baschir als Zeuge der Verteidigung am Samstag.

Allerdings habe ihm der 75-Jährige mehr als zehn Millionen Euro in bar übergeben, die er zum Teil Krankenhäusern oder Universitäten habe zukommen lassen. Rund die Hälfte davon sei jedoch an den Vize-Chef der paramilitärischen Spezialeinheit RSF und auch das Verteidigungsministerium gegangen, gab er im Gericht zu.

Prozess seit Mitte August

In Al-Baschirs Anwesen war nach seinem Sturz Bargeld in Millionenhöhe beschlagnahmt worden. Der Ex-Präsident hatte angegeben, 25 Millionen Dollar (22,5 Mio Euro) vom Kronprinzen Saudi-Arabiens, Mohammed bin Salman, erhalten zu haben. Al-Baschir werden konkret Korruption, Devisenvergehen und die illegale Anhäufung von Vermögen vorgeworfen. Seine Verteidiger wiesen am Samstag in Khartum die Vorwürfe erneut zurück. Ein Argument: Das Gerichtsverfahren könne dazu führen, die diplomatischen Beziehungen des Sudans zu beeinträchtigen.

Der Prozess gegen den Ex-Machthaber hatte Mitte August unter hohen Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt Khartum begonnen. Al-Baschir war nach 30 Jahren an der Macht im April unter dem Druck monatelanger Massenproteste vom Militär gestürzt worden. Der Sudan im Nordosten Afrikas mit seinen 42 Millionen Einwohnern gehört zu den 25 ärmsten Ländern der Welt.

(an/dpa)

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