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Ex-AfD-Mitglied erhält wegen falscher Verdächtigung Bewährungsstrafe

28.3.2019 20:00 Uhr

Das Amtsgericht Fulda hat nach einer Psychoterror-Kampagne gegen einen Linksaktivisten einen Mann wegen falscher Verdächtigung und Missbrauchs von Notrufen zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt.

Das Gericht sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass der Angeklagte - ein ehemaliges AfD-Mitglied - am 11. Februar 2017 über Notruf unter dem Namen des Fuldaer Linksaktivisten Andreas Goerke behauptet hatte, er habe gerade seine Frau erschossen. Die Tat hatte einen großen Polizeieinsatz ausgelöst.

Intrige innerhalb der AfD

Der Angeklagte hatte vor Gericht gesagt, er sehe sich als Opfer einer Intrige innerhalb seiner früheren Partei. Doch der Strafrichter glaubte den Zeugen, zumal der Angeklagte gegenüber einer Parteikollegin mit der Tat geprahlt habe. Der 36-Jährige ist ein ehemaliges Vorstandsmitglied der Jungen Alternative (JA) Hessen, der Nachwuchsorganisation der AfD.

Das Motiv des Angeklagten sah das Gericht in den unterschiedlichen politischen Auffassungen der beiden Kontrahenten. Der Geschädigte Andreas Goerke sei mit dem Angriff nicht als Person, sondern als Repräsentant der politischen Organisation "Fulda stellt sich quer" gemeint gewesen. Der Verein kämpft gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung kündigte bereits Berufung an.

(gi/dpa)