EVP-Spitzenkandidat Weber beginnt Europareise in Auschwitz

20.11.2018 12:54 Uhr

Zum Auftakt seiner Reise durch EU-Länder hat der konservative Spitzenkandidat Manfred Weber am Dienstag die Gedenkstätte am ehemaligen deutschen Vernichtungslager Auschwitz besucht. "Für die europäische Politik ist das Bewusstsein für die teils leidvolle Geschichte des Kontinents unabdingbar", sagte Weber vor Reiseantritt der Deutschen Presse-Agentur.

"Gerade als Deutsche tragen wir eine besondere Verantwortung. Deshalb geht meine erste Reise als Spitzenkandidat ganz bewusst nach Auschwitz und Warschau in Polen."

Europa dürfe nie vergessen, wozu Menschen fähig sind

Weber legte beim Besuch der Gedenkstätte einen Kranz an der sogenannten Todeswand nieder, an der tausende KZ-Häftlinge erschossen wurden und trug sich ins Gedenkbuch des heutigen Museums ein. Europa dürfe nicht vergessen, wozu Menschen, insbesondere Deutsche, fähig seien, schrieb er nach Angaben der Agentur PAP. "Nie wieder", wurde Webers Eintrag weiter zitiert. In Auschwitz-Birkenau wurden während des Zweiten Weltkrieges mindestens 1,1 Millionen Menschen von den Nazis ermordet, die meisten waren Juden.

CSU-Vizechef Weber war Anfang November in Helsinki zum Spitzenkandidaten der Europäischen Volkspartei für die Europawahl im Mai bestimmt worden. Dort hatte er angekündigt, vor dem Wahlkampf durch Europa zu reisen und mit Bürgern das Gespräch zu suchen. In Polen hat Weber auch Termine mit Parteikollegen.

Sollte die EVP im nächsten Europaparlament wieder stärkste Fraktion wird, hat Weber gute Chancen, neuer EU-Kommissionspräsident und damit Nachfolger des Luxemburgers Jean-Claude Juncker zu werden.

(an/dpa)