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Europarat gestürmt: Kurdischer Protest gegen die Haft von Öcalan

25.2.2019 23:16 Uhr

In Straßburg haben rund 40 kurdische Aktivisten versucht das Europaratsgebäude gewaltsam zu stürmen. Damit wollten sie gegen die Haft des PKK-Chefs Abdullah Öcalan protestieren.

Dabei hätten sie am Montag Steine auf Polizisten geworfen und Feuerwerkskörper eingesetzt, sagte ein Sprecher der Staatenorganisation der Deutschen Presse-Agentur.

Drei Polizisten wurden demnach verletzt, Scheiben gingen zu Bruch. Die Aktivisten gelangten nicht ins Innere des Gebäudes. Ob auch kurdische Aktivisten verletzt wurden, war zunächst unklar.

Freilassung Öcalans gefordert

Die Aktivisten hätten die Freilassung Öcalans gefordert, der seit 20 Jahren in Haft sitzt, sagte der Sprecher. Es sei bereits das dritte Mal seit dem vergangenen Sommer, dass Kurden versuchten, in Gebäude des Europarats einzudringen.

Diesmal war das Agora-Gebäude betroffen, in dem das Anti-Folter-Komitee (CPT) des Europarats sitzt. Es überwacht in den 47 Mitgliedstaaten die Zustände in den Gefängnissen. Im März 2018 veröffentlichte es einen Bericht, in dem die Haftbedingungen Öcalans kritisiert wurden. Kurdenorganisationen in Straßburg werfen dem CPT jedoch Untätigkeit vor.

Öcalan sitzt im Insel-Gefängnis Imrali im Nordwesten der Türkei in Haft. Die türkische Regierung und die PKK, die in der Türkei und der EU als Terrororganisation eingestuft wird, bekämpfen sich seit Jahrzehnten.