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Europa steht am wirtschaftlichen Scheideweg

4.6.2019 16:52 Uhr

Angesichts der Konkurrenz aus den USA und China sieht der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire Europa am Scheideweg. Le Maire sagte am Dienstag beim Tag der deutschen Industrie in Berlin, Europa drohe der Abstieg. "Das werden wir nicht hinnehmen." Europa könne eine führende Wirtschaftsmacht bleiben. Das könnten Deutschland und Frankreich aber nur gemeinsam schaffen. Die Kräfte müssten gebündelt werden.

Le Maire forderte Deutschland indirekt zu mehr Investitionen auf. Er sagte mit Blick auf den deutschen Finanzminister Olaf Scholz (SPD), die "schwarze Null" - also ein Haushalt ohne neue Schulden - müsse ein Ziel bleiben, dürfe aber "kein Dogma" sein. Scholz hatte wiederholt betont, auch in konjunkturell angespannteren Zeiten an der "schwarzen Null" festhalten zu wollen.

Gemeinsame europäische Industriestrategie

Der französische Finanzminister sprach sich außerdem für eine gemeinsame europäische Industriestrategie aus - er liegt hier mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) auf einer Linie. Beide hatten bereits Vorschläge vorgelegt. Hintergrund ist eine zunehmende Konkurrenz von Konzernen aus den USA und China. So greifen staatlich subventionierte Konzerne aus China zunehmend nach europäischen High-Tech-Firmen. US-Konzerne sind im Digitalbereich sehr stark.

(an/dpa)