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Europa ist "natürlicher" Verbündeter Lateinamerikas

28.5.2019 18:44 Uhr

Die lange vernachlässigten Beziehungen zu Lateinamerika und der Karibik will Bundesaußenminister Heiko Maas wieder in Schwung bringen. "Wir sind nichts anderes als natürliche Verbündete", sagte er bei einer Konferenz mit rund 20 Außenministern am Dienstag in Berlin. Er hob die gemeinsamen Werte hervor und das gemeinsame Interesse, internationale Institutionen wie die Vereinten Nationen gegen nationale Alleingänge zu verteidigen.

"In einer Welt, in der das Recht des Stärkeren die Stärke des Rechts ersetzt, können Europa, Lateinamerika und die Karibikstaaten nur verlieren. Wir sind eben alle keine Supermächte."

Gleichberechtigung von Frauen ist Thema

Im April hatte Maas das Treffen mit einer Reise nach Brasilien, Kolumbien und Mexiko vorbereitet. Ziel ist neben den Wirtschaftsbeziehungen und der politischen Zusammenarbeit auch, Netzwerke im gesellschaftlichen Bereich zu stärken. Dazu sollte bei der Konferenz eine Initiative für die Gleichberechtigung von Frauen ins Leben gerufen werden.

Venezuela ist das einzige Land der Region, das nicht nach Berlin eingeladen wurde. Der Machtkampf zwischen Präsident Nicolás Maduro und seinem Widersacher Juan Guaidó soll keine größere Rolle bei der Konferenz spielen. "Wir dürfen unsere Beziehungen nicht alleine auf Krisendiplomatie reduzieren", betonte Maas.

(an/dpa)