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EU will von London Gründe für Brexit-Aufschub

9.3.2019 9:42 Uhr

So einfach will man es London anscheinend nicht machen. Der EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani verlangt für eine mögliche Zustimmung zur Aufschiebung valide Gründe und Begründungen.

"Das Austrittsdatum kann höchstens um einige Wochen verschoben werden - von Ende März auf maximal Anfang Juli", sagte Tajani den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag). Dann trete das neu gewählte Europäische Parlament zusammen. "In jedem Fall müssen uns die Briten einen Grund für eine Verschiebung nennen, etwa dass sie diese Zeit für Neuwahlen oder ein neues Referendum nutzen wollen", betonte der Italiener.

Abstimmung am Dienstag

Am kommenden Dienstag will die britische Premierministerin Theresa May wieder über das EU-Austrittsabkommen abstimmen lassen. Für den Fall einer erneuten Schlappe will die Regierungschefin am kommenden Mittwoch über einen Austritt ohne Abkommen abstimmen lassen. Wird auch das abgelehnt, sollen die Abgeordneten am Donnerstag entscheiden, ob London eine Verschiebung des Brexits beantragen soll.

Es gehe jetzt darum, "den allergrößten Fehler zu vermeiden: einen chaotischen Brexit ohne vertragliche Regelung", mahnte Tajani. "Das wäre ein Desaster für die britische Wirtschaft und schädlich auch für uns." Zugleich gab er sich kompromisslos. Es sei "völlig unmöglich, den Inhalt des Scheidungsvertrags noch zu verändern - schon gar nicht in der Nordirland-Frage", sagte der Parlamentspräsident.

Backstop immer noch Streitpunkt Nummer eins

Gestritten wird zwischen London und Brüssel vor allem über die als Backstop bezeichnete Garantie für eine offene Grenze zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland. Die Regelung im Austrittabkommen sieht vor, dass Großbritannien so lange als Ganzes in einer Zollunion mit der EU bleiben soll, bis das Problem anderweitig gelöst ist. Erst am Freitag hatte May von der EU Zugeständnisse gefordert.

(be/dpa)