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EU will Entwicklung von KI fördern

7.12.2018 13:06 Uhr

Europa will die Entwicklung Künstlicher Intelligenz vorantreiben, aus Sorge vor der Konkurrenz aus den USA und China. Einen gemeinsam mit den EU-Staaten ausgearbeiteten Plan legte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel vor.

Demnach sollen bis Ende 2020 mindestens 20 Milliarden Euro an privaten und öffentlichen Investitionen in dem Bereich zusammenkommen. Die EU-Kommission will zusätzlich 1,5 Milliarden Euro an öffentlichen Geldern bereitstellen.

Zudem sollen die Staaten untereinander enger zusammenarbeiten. Unter anderem soll im Gesundheitswesen eine EU-weite Datenbank erstellt werden, um Diagnosen und Behandlungen mit Künstlicher Intelligenz zu verbessern.

KI ähnliche Bedeutung wie Erfindung der Elektrizität

"Wie der elektrische Strom in der Vergangenheit verändert die KI unsere Welt grundlegend", sagte EU-Kommissarin Mariya Gabriel. "Gemeinsam mit den Mitgliedstaaten werden wir die Investitionen zur KI-Einführung in allen Wirtschaftszweigen erhöhen, fortgeschrittene Kompetenzen fördern und die Verfügbarkeit von Daten maximieren."

Eine europäische Expertengruppe soll zudem am 18. Dezember ihre Empfehlungen für die Entwicklung ethischer und vertrauenswürdiger Künstlicher Intelligenz vorstellen. Die Definition Künstlicher Intelligenz ist ebenfalls noch in der Diskussion, allgemein gesprochen geht es um maschinelles Lernen und die Fähigkeit von Computern, eigenständig Probleme zu bearbeiten.

Der grüne Europaabgeordnete Reinhard Bütikofer sagte: "Die Defizit-Analyse der EU-Kommission ist zutreffend: Bei Künstlicher Intelligenz (KI) investiert Europa zu wenig und zersplittert. Die vorgelegte KI-Strategie klingt allerdings wie das Pfeifen im Walde." Wichtiger sei es, dass vor allem Deutschland und Frankreich systematischer zusammenarbeiteten und andere europäische Partner einbezögen.

(an/dpa)