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EU-Wettbewerbshüter untersuchen unerlaubte Absprachen bei Flugtickets

23.11.2018 13:18 Uhr

Verbraucher in Europa haben möglicherweise jahrelang überhöhte Preise für Flugtickets bezahlt. Die EU-Kommission eröffnete am Freitag eine offizielle Untersuchung gegen die beiden globalen Buchungssystemanbieter Amadeus und Sabre. Vereinbarungen der beiden mit Fluggesellschaften und Reisebüros könnten demnach gegen EU-Kartellvorschriften verstoßen, hieß es von der Kommission.

"Unsere Untersuchung zu Amadeus und Sabre konzentriert sich auf mögliche Beschränkungen des Wettbewerbs auf dem Markt für den Vertrieb von Flugtickets", erklärte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. "Wir haben Bedenken, dass solche Beschränkungen Innovationshemmnisse schaffen und die Ticketvertriebskosten erhöhen, was letztlich für die Fluggäste zu einem Anstieg der Ticketpreise führen könnte."

Die Brüsseler Behörde will nun prüfen, ob bestimmte Klauseln in Vereinbarungen zwischen den Buchungssystemanbietern sowie Fluggesellschaften und Reisebüros diese einschränken, die Dienste anderer Ticketanbieter in Anspruch zu nehmen.

Sabre und Amadeus sammeln Informationen zu Flugplänen, Sitzplatzverfügbarkeiten und Ticketpreisen von Fluggesellschaften und ermöglichen es dann Reisebüros und Reiseunternehmen sowohl online als auch in ihren Läden Flugangebote zu vergleichen und für ihre Kunden Tickets zu reservieren.

Die EU-Kommission betonte, die Prüfung werde ergebnisoffen geführt. Eine Frist gibt es nicht. Der Statistikbehörde Eurostat zufolge wurden im Jahr 2017 in der Europäischen Union mehr als eine Milliarde Flugpassagiere befördert.

(an/dpa)