epa/Adam Berry

EU-Staaten müssen Seenotrettung organisieren

5.7.2019 21:26 Uhr

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat angesichts des Ärgers um das Rettungsschiff "Sea-Watch 3" die EU-Staaten bei der Frage der Seenotrettung zum Handeln aufgefordert. "Wir brauchen einen Vorstoß mit den Mittelmeerländern und den aufnahmebereiten Mitgliedstaaten der EU", sagte Müller am Rande eines Treffens der G7-Entwicklungs- und Bildungsminister in Paris, das am Donnerstag und Freitag in der französischen Hauptstadt stattfand.

Man habe viel zu lange gewartet und dürfe Italien, Griechenland, Spanien und Frankreich nicht alleine lassen. "Nur auf Brüssel zu warten und zu sagen, wir brauchen eine einvernehmliche Lösung, hat die letzten drei Jahre nicht funktioniert."

"Sea-Watch gestern ist Sea-Watch morgen"

Das Schiff der Hilfsorganisation Sea-Watch war mit Dutzenden Migranten an Bord mehr als zwei Wochen auf dem Meer blockiert, bevor die Kapitänin Carola Rackete trotz eines Verbots der italienischen Regierung in den Hafen von Lampedusa fuhr. Sie wurde festgenommen. Nun hat eine andere deutsche Hilfsorganisation ebenfalls Migranten vor Libyen mit ihrem Schiff aufgenommen. Ein weiteres Rettungsschiff der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea mit mehr als 50 Migranten wartet bereits auf den Einlass in einen sicheren Hafen.

"Sea-Watch gestern ist Sea-Watch morgen", sagte Müller. "Wir fangen dann beim nächsten Schiff wieder mit derselben Diskussion an", so der CSU-Politiker. Deshalb müsse man jetzt eine nachhaltige Lösung finden. "Wir können in der EU nicht auf Einstimmigkeit warten." Müller bekräftigte seinen Vorschlag, in der neuen EU-Kommission die Position eines Afrika-Kommissars einzurichten.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.