imago/woltophoto

EU-Kommission warnt vor Zollkontrollen

3.4.2019 21:43 Uhr

Vor weitreichenden Folgen im Zuge eines ungeregelten Brexit hat die EU-Kommission nun europäische Firmen gewarnt. "In dem Falle würde das Vereinigte Königreich von einem Tag auf den anderen ein Drittstaat", sagte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici am Mittwoch in Brüssel. Das würde radikale Veränderungen nach sich ziehen.

Neue Zollkontrollen müssten eingeführt werden, aus Großbritannien in die EU eingeführte Güter müssten dann kontrolliert, dokumentiert und besteuert werden, sagte er weiter. Derzeit könnten Waren dort ohne Formalitäten zirkulieren.

Allein zwischen Dover in Südengland und Calais in Nordfrankreich verkehrten derzeit etwa vier Millionen Güterfahrzeuge pro Jahr - etwa 11 000 pro Tag, sagte Moscovici weiter.

Auch Urlauber werden Probleme kriegen

Auch auf Reisende kämen Unannehmlichkeiten zu. Bestimmte Produkte könnte etwa nicht mehr problemlos in die EU mitgebracht werden, zudem gelte ein Bargeldlimit von 10.000 Euro.

Die europäischen Zollbehörden hätten zuletzt bereits erhebliche Anstrengungen vollbracht und würden ihr Personal aufstocken - in Frankreich etwa um 700 Mitarbeiter. Sie seien vorbereitet, sagte Moscovici weiter.

Mit Blick auf die Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland erklärte er, dass auch dort Güter künftig von einem Drittstaat in die EU gelangen würden. Kontrollen müssten störungsfrei und so weit wie möglich von der Grenze entfernt durchgeführt werden.

Die EU will die Grenze zwischen ihrem Mitglied Irland und dem britischen Nordirland unbedingt offenhalten, um neue politische Spannungen in der ehemaligen Bürgerkriegsregion zu vermeiden. Zum Schutz des Binnenmarkts müsste es aber wohl Kontrollen geben.

Nach derzeitiger Planung soll Großbritannien die EU am 12. April verlassen. Sollte bis dahin weder der im vergangenen Jahr vereinbarte Austrittsvertrag noch eine Alternative beschlossen sein, droht ein ungeordneter Austritt.

(an/dpa)