dha

EU, Frankreich und Deutschland rufen Türkei zu Dialog auf

1.9.2020 10:39 Uhr

Die Situation im östlichen Mittelmeer bleibt weiterhin angespannt. Während die Türkei die Explorationsarbeiten mit dem Forschungsschiff Oruc Reis nochmals verlängert hat, werben die EU-Kommission, Deutschland und Frankreich weiterhin für eine Lösung durch Dialog.

Beim Treffen der Botschafter in Paris am Montag sprach der deutsche Außenminister Heiko Maas die Situation an und betonte, dass die Europäische Souveränität auch die Souveränität aller Mitgliedsstaaten – Griechenland und Zypern inkludiert – schütze. Gleichzeitig gelte aber: "Nur über einen Dialog können wir Auswege aus der Krise finden. Deshalb unterstützen wir den Dialogprozess von Josep Borrell mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Und im Rahmen unserer Ratspräsidentschaft werden wir bis zum EU</abbr>-Gipfel am 24. September alles versuchen, um den Konflikt zu deeskalieren."

Le Drian: Deutschland und Frankreich einig

Auch der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian, schnitt das Thema "östliches Mittelmeer" in seiner Ansprache an. Le Drian betonte, dass die Türkei die Hoheitsgewässer eines EU-Mitglieds verletzt habe und dies nicht akzeptabel sei.

Aber: "Die EU ist bereit für einen Dialog. Wäre es nötig, hätte die EU die Türkei hart verurteilt und sanktioniert. Wir mobilisieren alle diplomatischen Mittel, um die Voraussetzungen für einen konstruktiveren Dialog mit Ankara zu schaffen. In dieser Hinsicht sind sich Deutschland und Frankreich einig", so Le Drian.

EU: Wir brauchen den Dialog mit der Türkei

Laut Angaben der EU-Kommission ist die Europäische Union besorgt über die Situation im östlichen Mittelmeer und erwartet eine gemäßigte und friedliche Lösung für die Türkei. Der Sprecher der EU-Kommission stellte fest, dass es "einen Dialog im östlichen Mittelmeerraum und keine einseitigen Schritte" brauche.
Die Aktionen der Türkei würden in der EU Besorgnis hervorrufen. Deshalb sei man auch darauf vorbereitet, im Falle eines fruchtlosen Dialogs Sanktionen auszusprechen.

Ein EU-Diplomat, der nicht genannt werden wollte, sagte, dass es neben Sanktionsandrohungen auch Anreize für Ankara geben könnte, die den Dialog voranbringen sollen. Diese Anreize könnten eine neue Zollunion oder mehr Geld für das Migrationsabkommen sein.

(be)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.