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EU entfremde sich zunehmend von der Türkei

14.7.2020 21:01 Uhr, von Andreas Neubrand

Die maximalen Forderungen, gepaart mit aggressiver Rhetorik, die einige EU-Mitglieder bei Themen mit strategischer Relevanz einnehmen schränken den Spielraum für eine sinnvolle Zusammenarbeit ein, so der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu.

"Die Beziehungen zur EU sind angespannt, doch wir haben auch Gemeinsamkeiten, auf die wir aufbauen können", sagte der Außenminister.

Kritik an Frankreich wegen Haftar

In Libyen müsse General Haftar gestoppt und die Regierung in Tripolis gestärkt werden, so Cavusoglu. Die Türkei unterstützt die libysche Armee bei ihrer Ausbildung. Auch auf dem internationalen Parkett stützt Ankara die libysche Regierung, was man während der Konferenz in Berlin erkennen konnte.

Kritik übte der türkische Außenminister an Frankreich, da das Land sich auf die Seite von General Haftar gestellt habe.

Kritk an Griechenland in der Zypern-Frage

In Syrien sei es die Türkei, die in Idlib eine humanitäre Katastrophe für rund 3,5 Millionen Menschen verhindert hat. "Unsere Intervention hat ein Massaker und die Flucht von 1 Million Menschen nach Europa verhindert", sagt er. Die maximalen Forderungen Griechenlands, was die Zypern-Frage angeht, verletzte die souveränen Rechte, sowohl der Türkei als auch der türkischen Zyprioten.

Alle drei Themen seien dazu geeignet, die Türkei weiter von der Europäischen Union zu entfremden. Dies sei aber keine nachhaltige Politik, so der Außenminister. Auch erinnerte er daran, dass die EU im Beitrittsprozess der Türkei das Land nach dem Putschversuch im Jahr 2016 im Stich gelassen hat.

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