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Estland im Visier russischer und chinesischer Geheimdienste

12.4.2019 13:58 Uhr

Einem Bericht des Inlandsgeheimdienstes zufolge weiten russische und chinesische Geheimdienste ihren Dienst in Estland immer weiter aus. Seit 2008 seien sechs Personen von estnischen Gerichten wegen Landesverrats und 12 weitere wegen der Zusammenarbeit mit russischen Geheimdiensten verurteilt worden.

Zuletzt sei im März ein vom russischen Inlandsgeheimdienst FSB rekrutierter Mann mit doppelter Staatsbürgerschaft (Estnisch und Russisch) zu 3,5 Jahren Gefängnis verurteilt worden, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Jahresbericht der estnischen Sicherheitspolizei.

China rekrutiert Spione

Auch chinesische Dienste versuchten verstärkt, estnische Bürger für Spionage zu rekrutieren. Sie lockten demnach Amtspersonen und Fachleute über das Internet mit Aussichten auf lukrative Jobs und bezahlte Auslandsreisen. Russland ziele mit seiner Propaganda auch auf russischsprachige Jugendliche in dem EU- und Nato-Land.

Die Beziehungen zwischen Estland und dem benachbarten Russland sind wegen der Ukrainekrise gespannt. In dem Baltenstaat lebt eine große russische Minderheit.

(an/dpa)