dpa

Eskalation bei Clan-Fehden in NRW

5.5.2019 14:28 Uhr

Das Gewaltpotenzial hinterlässt auch bei der Polizei ratlose Gesichter. Gefährliche Verfolgungsjagden im Ruhrgebiet und Massenschlägereien in Köln sorgten dafür, dass die Behörden nachhaltig eingreifen mussten. Es war trotz der kühlen Witterung ein "heißes Wochenende" für die Polizei in Nordrhein-Westfalen. Grund: Eskalierende Clan-Kriminalität, die Verletzte und Festnahmen nach sich zog.

In zwei Fällen in Unna und Kamen verfolgten Angehörige eines Clans am Freitag Mitglieder einer gegnerischen Familie mit Autos und bedrohten sie. Die Beteiligten haben ihre Wurzeln laut Polizei im ehemaligen Jugoslawien. In Köln prügelten sich etwa 20 Männer am Freitagabend auf offener Straße. In diesem Fall schließt die Polizei nicht aus, dass Streitigkeit unter Mitgliedern einer libanesischen Großfamilie Auslöser der Gewalt waren.

Straßensperrung nach Massenschlägerei in Köln

In Köln seien die Männer nach Angaben von Zeugen laut schreiend aufeinander losgegangen, berichtete die Polizei am Sonntag. Sie schickte 18 Streifenwagen und sperrte zeitweise eine Straße. Zwei 35 und 41 Jahre alte Männer wurden vorläufig festgenommen. Fünf Schlägerei-Beteiligte wurden ins Krankenhaus gebracht. Die Ermittler stellten mehrere Messer, Baseballschläger und Pfefferspray-Waffen sicher und schrieben Strafanzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung.

In den Ruhrgebietsstädten Unna und Kamen hatten Mitglieder einer Großfamilie Angehörige eines verfeindeten Clans in Autos verfolgt und bedroht. Die beiden Fälle ereigneten sich am Freitagmittag zeitlich parallel, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Die Verfolgten seien auch mit Schusswaffen bedroht worden. Verletzt wurde niemand. Beide Male wurden Autofahrer abgedrängt. Die Angreifer schlugen den Angaben zufolge mit Baseballschlägern auf die Fahrzeuge der Opfer ein.

Die Polizei nahm bei den Einsätzen sechs Beteiligte fest. Gegen sie laufen Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Die Beamten stellten zudem die Fahrzeuge sowie diverse Schlag-, Hieb- und Stichwaffen sicher.

(ce/dpa)