epa/Fethi Belaid

Es gibt keine Entscheidungsschlacht um Tripoli

14.12.2019 11:31 Uhr

Fajis al-Sarradsch, der Regierungschef Libyens, hat den angekündigten Einmarsch der Truppen des mächtigen Generals Chalifa Haftar in die Hauptstadt Tripolis als leere Drohung zurückgewiesen. "Glaubt nicht den Lügen der Träumer und auch nicht ihren Gerüchten", sagte der Chef der von den UN anerkannten Regierung am Freitag in einer Ansprache.

Es gebe keine Stunde Null, außer für "Fantastereien". Es gebe auch keinen Sturm auf die Hauptstadt.

Haftar hatte am Donnerstagabend den Beginn einer "entscheidenden" Schlacht um Tripolis angekündigt. "Die Stunde Null ist gekommen", sagte er in einer Rede, die im Fernsehen übertragen wurde. Die Stadt sei zu einem Schlupfwinkel für Kriminelle geworden, in dem die Menschen mit Waffengewalt unterdrückt würden, erklärte der General.

Libyscher Bürgerkrieg tobt seit 2011

In dem ölreichen Land herrscht seit dem vom Westen unterstützten Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkrieg. Haftar beherrscht große Gebiete im Osten und Süden Libyens und will die Macht über das ganze Land. Seine selbst ernannte Libysche Nationalarmee (LNA) hatte im April eine Offensive auf Tripolis begonnen.

Zuletzt rückte Haftar nach Angaben des UN-Sonderbeauftragten Ghassan Salamé mit Hilfe russischer Kräfte - "egal, ob sie Söldner oder Contractors genannt werden" - in Richtung der Hauptstadt vor. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bot Al-Sarradsch die Entsendung von Truppen an. Salamé nannte als "neue regionale Akteure" in Libyen neben Russland auch die Türkei, Ägypten, den Tschad und Saudi-Arabien. Deutschland plant zu dem libyschen Bürgerkrieg ein Gipfeltreffen im Januar in Berlin.

(an/dpa)

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