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Erzbischof: Nur "Revolution" beendet Missbrauchsfälle

24.2.2019 10:32 Uhr

Die katholische Kirche kann aus Sicht des Erzbischofs von Brisbane, Mark Coleridge, angesichts der Missbrauchsskandale nur mit einer dramatischen Kehrtwende aus der Krise finden.

"Diese Verwandlung ist tatsächlich eine kopernikanische Revolution", sagte Coleridge am Sonntag in seiner Predigt während der Messe zum Abschluss des historischen Anti-Missbrauchsgipfels, zu dem Papst Franziskus unter anderem die 114 Chefs der Bischofskonferenzen weltweit in den Vatikan beordert hatte.

"Vor uns liegt eine Mission"

"Wie ihr wisst, hat Kopernikus bewiesen, dass es nicht die Sonne ist, die sich um die Erde dreht, sondern die Erde, die sich um die Sonne dreht", sagte Coleridge. "Für uns besteht die kopernikanische Revolution in der Erkenntnis, dass die missbrauchten Personen sich nicht um die Kirche drehen, sondern dass es die Kirche ist, die sich um sie dreht." Manchmal seien Missbrauchsopfer gar als "Feinde" angesehen worden, beklagte Coleridge.

Nur wenn es den Kirchenleuten gelinge, sich in die Missbrauchsopfer hineinzuversetzen, könne für die Kirche eine "neue Jahreszeit ihrer Mission" beginnen. "Vor uns liegt eine Mission - eine Mission, die nicht nur Worte, sondern wirklich konkretes Handeln benötigt. Wir werden alles tun, damit Überlebende des Missbrauchs Gerechtigkeit und Heilung bekommen", sagte er.

(bl/dpa)