Symbolbild: epa/Hugh Kinsella Cunningham

Erster Fall in kongolesischer Großstadt Goma

15.7.2019 23:17 Uhr

In Ost-Kongo ist zum ersten Mal seit Beginn des Ebola-Ausbruachs vor knapp einem Jahr ein Mensch in einer Millionenstadt an dem gefährlichen Virus erkrankt. Bei einem Pastor, der am Sonntag in Goma angekommen war, sei Ebola bestätigt worden, teilte das Gesundheitsministerium am späten Sonntagabend mit.

Der Mann kommt demnach aus der Provinz Süd-Kivu und war per Bus über Butembo, wo bereits etliche Menschen an Ebola erkrankt sind, in die Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu gereist. In Goma leben rund eine Million Menschen. Allerdings sei das Risiko einer Ausbreitung in der Stadt "gering", da der Patient schnell identifiziert und isoliert worden sei und zudem alle Passagiere des Busses identifiziert worden seien, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Helfer werden bedroht

Insgesamt sind demnach bislang 2.489 Menschen an Ebola erkrankt, 2.395 davon wurden bereits im Labor bestätigt. 1.665 Menschen seien an dem Virus gestorben. Nach der verheerenden Epidemie in Westafrika 2014/2015 mit mehr als 11 000 Todesopfern ist dies der bislang schlimmste Ebola-Ausbruch. Wegen der Gewalt in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri ist er besonders schwer unter Kontrolle zu bringen. Bewaffnete Gruppen greifen Helfer an oder streuen Gerüchte über sie. Zudem herrscht in der Bevölkerung Skepsis gegenüber den Helfern und der medizinischen Versorgung.

Dass in Goma ein Ebola-Fall bestätigt worden sei, sei keine erfreuliche Nachricht, twitterte WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus. Allerdings "haben wir das schon lange erwartet". Man habe in Goma intensive Vorbereitungen getroffen, damit man einen Ebola-Fall schnell identifizieren und darauf reagieren könne, sagte er. Demnach gibt es seit Februar ein Ebola-Behandlungszentrum in Goma, wo sich der Patient nun befindet, und 3000 Mitarbeiter im Gesundheitswesen wurden allein in Goma gegen Ebola geimpft.

(an/dpa)

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