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Erster Coronafall in Syrien

23.3.2020 20:02 Uhr

Das Coronavirus hat nun auch Syrien erreicht. Betroffen davon sind die Gebiete unter Kontrolle der Regierung. Es handele sich um eine etwa 20 Jahre alte Person, die aus dem Ausland eingereist sei, erklärte der syrische Gesundheitsminister Nisar Yasidschi, wie die staatliche Agentur Sana am Sonntagabend meldete. Aus welchem Land der Patient nach Syrien gekommen ist, blieb zunächst unklar.

In dem wirtschaftlich geschwächten Bürgerkriegsland herrscht große Sorge, dass sich das neuartige Virus Sars-CoV-2 verbreiten könnte. Vor allem unter den Hunderttausenden Vertriebenen in den verbliebenen Gebieten unter Kontrolle von Regierungsgegnern könnte ein Ausbruch verheerende Folgen haben. Allein seit Anfang Dezember ist nach UN-Angaben fast eine Million Menschen im Nordwesten Syriens vor Kämpfen und Bombardierungen Richtung Grenze der Türkei geflohen.

Große humanitäre Not

In den dortigen Rebellengebieten herrscht große humanitäre Not. Es fehlt an Essen, Unterkünften, Heizmaterial, aber vor allem an medizinischer Versorgung. Viele Kliniken wurden bei Luftangriffen Syriens oder seines Verbündeten Russland beschädigt und sind außer Betrieb. Hilfsorganisationen warnen, sollte sich das Virus dort ausbreiten, könnten viele Menschen sterben. Die Kontakte zwischen den Gebieten der Regierung und Rebellen sind jedoch sehr begrenzt.

Das Land ist wegen Sanktionen international weitgehend isoliert. Auch der benachbarte Libanon hat wegen der Corona-Pandemie seine Grenzen geschlossen. Syrien pflegt jedoch gute Kontakte zum Iran, der von der Lungenkrankheit besonders stark betroffen ist.

Die Regierung in Damaskus hat alle Schulen geschlossen und auch den öffentlichen Transport gestoppt, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Syrien leidet infolge des mehr als neunjährigen Bürgerkriegs und der Sanktionen unter einer schweren Wirtschaftskrise.

(an/dpa)

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