epa/Abedin Taherkenareh

Erst Einladung in die USA, dann Sanktionen

5.8.2019 12:47 Uhr

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat eine Einladung nach Washington für ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus bestätigt. "Mir wurde in New York gesagt, dass ich sanktioniert werde, falls ich diese Einladung nicht annehmen würde, (...) und ich habe sie nicht angenommen, sagte Sarif auf einer Pressekonferenz am Montag in Teheran. Kurz danach kam er dann auf die US-Sanktionsliste der USA.

Schon am Sonntag hatte Regierungssprecher Ali Rabiei den Kontakt Sarifs mit dem US-Senator Rand Paul und eine Einladung ins Weiße Haus zu einem Gespräch mit Trump bestätigt. Der Sprecher hatte auch angedeutet, dass Sarif seitens der USA sanktioniert wurde, weil er die Einladung abgelehnt hatte.

Keine Verhandlungen mit den USA

Laut Sarif kann es keine Verhandlungen mit den USA geben, "solange sie dem Iran eine Pistole an den Kopf halten. Verhandlungen unter Druck und "Wirtschaftsterrorismus seien nicht akzeptabel. Vor einer Aufnahme der Verhandlungen müssten die Amerikaner laut Sarif zum Wiener Atomabkommen von 2015 zurückkehren und die Sanktionen aufheben. Außerdem seien Verhandlungen schwer vorstellbar, solange der oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, sowie der Außenminister sanktioniert seien, sagte der iranische Chefdiplomat.

Trotzdem werde der Iran seine diplomatischen Bemühungen um eine Konfliktlösung nicht aufgeben. "Wir alle kommen und gehen, aber Diplomatie wird immer bleiben, sagte Sarif. Auch mit den USA könne sich die Lage ändern. Aber die Bedingungen für Verhandlungen mit Washington bestimme der Iran, nicht die USA.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran sind gestiegen, seitdem die USA 2018 einseitig aus dem internationalen Atomabkommen ausgestiegen waren und scharfe Sanktionen verhängten. Teheran hielt sich ein Jahr lang weiter an das Abkommen, das eine iranische Atombombe verhindern soll. Seit Juni aber änderte auch der Iran seine Politik. Der Teilausstieg aus dem Atomdeal und das Vorgehen gegen britische Öltanker im Persischen Golf sind Teil dieser neuen Politik.

(an/dpa)

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