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Erneute Proteste in Algier

1.4.2019 22:16 Uhr

In Algerien reißen die Proteste auch einen Tag nach der Ernennung einer neuen Regierung nicht ab. Hunderte Menschen versammelten sich am Montag erneut im Stadtzentrum von Algier und machten ihrem Unmut über die Maßnahmen Luft.

Die oppositionelle Arbeiterpartei beschrieb das neue Kabinett als neues Gesicht für eine alte Regierung. "Es ist nicht klar, auf welcher Basis die Minister ausgewählt worden sind", hieß es in einer Erklärung der Partei.

Seit Wochen kommt es zu Protesten

Am Sonntag hatte Algeriens langjähriger Präsident Abdelaziz Bouteflika eine neue Regierung ernannt. Ministerpräsident ist der 59 Jahre alte Noureddine Bedoui. Das Kabinett besteht aus 27 Ministern. Sechs von ihnen gehörten auch der alten Regierung an, die nach den Protesten in dem nordafrikanischen Land zurückgetreten war. Seit Wochen kommt es in Algerien zu den größten Massenprotesten seit der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1962.

Auch Militärchef Gaid Salah wurde in der Regierung in seinem Amt bestätigt. Er hatte sich zuletzt für die Absetzung des Präsidenten aus gesundheitlichen Gründen ausgesprochen. Bouteflika sitzt seit einem Schlaganfall 2013 im Rollstuhl und tritt kaum noch öffentlich auf. Viele Algerier sehen in ihm nur die Marionette einer Elite aus Wirtschaft, Politik und Militärs.

(an/dpa)