epa/Wael Hamzeh

Erneut Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten

20.12.2019 19:06 Uhr

Nach Bekanntgabe des designierten Regierungschef ist es im Libanon zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. In Beirut versuchten Menschen am Freitag, eine Straße mit Sandhaufen zu sperren. Als die Sicherheitskräfte eingriffen, kam es zu Rangeleien, wie Augenzeugen berichteten.

Die Polizisten wurden mit Steinen und Plastikflaschen beworfen. Mindestens vier Soldaten seien verletzt worden, hieß es aus Sicherheitskreisen.

Auch in der nordlibanesischen Hafenstadt Tripoli blockierten Demonstranten mit Steinen und Müllcontainern Zufahrtsstraßen. In der Bekaa-Ebene im Osten des Libanon mussten nach Angaben von Augenzeugen Schulen wegen der Straßensperren geschlossen werden.

Proteste seit Oktober

Im Libanon kommt es seit Oktober zu Massenprotesten gegen die Regierung. Als Konsequenz trat Ministerpräsident Saad Hariri zurück. Am Donnerstag beauftragte Präsident Michel Aoun den früheren Minister und Universitätsprofessor Hassan Diab mit der Regierungsbildung. Diab wird vor allem von der schiitischen Hisbollah unterstützt.

Die anhaltenden Proteste und eine weitere Verschärfung der Wirtschaftskrise haben auch international Besorgnis hervorgerufen. Der US-Staatssekretär für politische Angelegenheiten, David Hale, traf sich am Freitag unter anderem mit Präsident Aoun. «Es ist Zeit, eigene Interessen beiseite zu legen und im nationalen Interesse zu handeln», sagte Hale in Beirut. Es müssten Reformen vorangetrieben werden.

(an/dpa)

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