epa/Volodymyr Petrov

Erneut Tote bei Kämpfen in Donbass

18.2.2020 17:33 Uhr

Kiew und Moskau habn bei den Bemühungen um einen Frieden für das ostukrainische Konfliktgebiet Donbass Opfer auf beiden Seiten beklagt. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs vom Dienstag kamen bei gegenseitigem Beschuss ein Soldat und vier prorussische Rebellen ums Leben. Zudem seien fünf ukrainische Soldaten sowie sechs Menschen aufseiten der Separatisten verletzt worden.

Kremlsprecher Dmitri Peskow äußerte Bedauern über die Opfer auf beiden Seiten. Es sei unklar, wie es zu den neuen Kämpfen gekommen sei, betonte er. Das müsse aufgeklärt werden.

"Wir sind überzeugt dass diese Provokation den Kurs nicht ändert"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte im nationalen Sicherheitsrat in Kiew, dass alle Anstrengungen weiter darauf ausgerichtet seien, Frieden in den Gebieten Luhansk und Donezk zu schaffen. "Wir sind überzeugt, dass diese Provokation den Kurs nicht ändert", sagt er. "Wir nähern uns einem Ende des Krieges."

Der ukrainische Generalstabschef Ruslan Chomtschak sagte, dass sich die Lage beruhigt habe. "Die Situation ist unter Kontrolle." Die von Russland unterstützten Separatisten in der nicht anerkannten Volksrepublik Luhansk bestätigten neue Kämpfe und schwere Gebäudeschäden auf ihrem Gebiet. Von neuen Opfern in den eigenen Reihen war aber zunächst keine Rede. Die vier Toten habe es bereits am 7. Februar gegeben, hieß es.

"Blutige Provokation"

Nach Angaben der Behörden in Luhansk hatten ukrainische Soldaten am Dienstag versucht, in das Separatistengebiet vorzudringen. Die Separatisten sprachen von einer neuen "blutigen Provokation". Beim Versuch, Stellungen der Luhansker Milizen zu durchbrechen, seien zwei Soldaten getötet und drei verletzt worden. Bestätigt wurde das in Kiew aber nicht. Unabhängige Quellen für die Kämpfe gibt es nicht.

Seit 2014 kämpfen ukrainische Regierungstruppen gegen die von Russland unterstützten Separatisten. UN-Schätzungen zufolge sind seitdem rund 13 000 Menschen getötet worden. Die Umsetzung eines Friedensplans kommt nur schleppend voran und erleidet immer wie Rückschläge.

(an/dpa)

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