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Erneut Proteste im Sudan

14.4.2019 13:13 Uhr

Auch nach dem Militärputsch im Sudan vor drei Tagen haben Tausende Demonstranten ihre Sitzblockade vor der Zentrale der Streitkräfte in der Hauptstadt Khartum fortgesetzt. Mit Gesängen und Plakaten forderten sie, den Übergang zu einer zivilen Regierung einzuleiten, wie Augenzeugen am Sonntag berichteten.

Die Opposition und die Organisatoren der Proteste, darunter das gewerkschaftliche Bündnis SPA, wollen weiter demonstrieren, bis alle ihre Forderungen erfüllt sind. Die Militärführung wollte in Kürze Gespräche mit den Anführern der Opposition aufnehmen.

Ausgangssperre aufgehoben

Seit Donnerstag überschlagen sich die Ereignisse in dem Land im Nordosten Afrikas. Das Militär setzte infolge anhaltender Massenproteste den seit 30 Jahren regierenden Omar al-Baschir ab. Der bisherige Verteidigungsminister Awad Ibn Auf schwang sich zum Militärherrscher auf. Die Demonstranten wandten sich jedoch gegen den langjährigen Weggefährten Al-Baschirs. Am Freitag wurde er daher vom bisherigen Generalinspekteur abgelöst, Abdel Fattah Burhan. Dieser erklärte am Samstag, die von seinem Vorgänger verhängte nächtliche Ausgangssperre sei aufgehoben.

Burhan gilt als etwas volksnäher. Als Führer des Übergangsrates teilte er auch mit, der Chef des Geheimdienstes NISS, Abdallah Gusch, habe seinen Rücktritt erklärt. Der NISS ist beim Volk extrem verhasst. Es war zunächst unklar, ob Guschs Abgang durch einen Machtkampf innerhalb der Sicherheitsorgane oder die Proteste ausgelöst worden war.

(an/dpa)