epa/Jerome Favre

Erneut Proteste gegen chinesisches Auslieferungsgesetz

14.6.2019 17:20 Uhr

In Hongkong wollen die Menschen am Sonntag erneut gegen das umstrittene Gesetz zur Auslieferung an China protestieren. Die Organisatoren der vorausgegangenen Proteste teilten am Freitag mit, die Polizei habe keine Bedenken gegen ihre Pläne geltend gemacht. Die Demonstration solle vom Victoria Park bis zur U-Bahnstation Admiralty führen, die am Regierungssitz und am Legislativrat liegt.

In der Gegend war es am Mittwoch zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen, die als "Aufruhr" eingestuft wurden. 81 Demonstranten wurden verletzt. Die Polizei sprach von 22 verletzten Beamten. Elf Demonstranten wurden festgenommen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas, Schlagstöcke, Wasserwerfer und Pfefferspray ein, um die Demonstranten zu vertreiben.

"Ein Land, zwei Systeme"

Am vergangenen Sonntag hatten nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen Hunderttausende und einer Million Hongkonger gegen das Gesetz demonstriert. Es würde Hongkongs Behörden erlauben, von China verdächtigte und gesuchte Personen an die Volksrepublik auszuliefern. Kritiker warnen, Chinas Justiz sei nicht unabhängig und diene als Werkzeug der politischen Verfolgung.

Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" als eigenes Territorium autonom regiert. Die sieben Millionen Einwohner der heutigen chinesischen Sonderverwaltungsregion genießen anders als die Menschen in der Volksrepublik das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit.

(an/dpa)