epa/Fabian Heinz

Erneut Migranten im Mittelmeer aufgenommen

5.7.2019 15:33 Uhr

Eine weitere Hilfsorganisation aus Deutschland hat mit ihrem Schiff Migranten vor der libyschen Küste aufgenommen. Die "Alan Kurdi" habe 65 Menschen in internationalen Gewässern auf einem überladenem Schlauchboot vor Libyen entdeckt und gerettet, teilte die Regensburger Organisation Sea-Eye am Freitag mit.

Die Rettungsleitstellen in Libyen, Italien, Malta und Deutschland seien informiert worden. Das Einsatzzentrum in Bremen habe das Auswärtige Amt eingeschaltet. Die "Alan Kurdi" fährt unter deutscher Flagge.

Die Bundesregierung habe noch keine Anfrage zur Aufnahme von Migranten von dem Schiff erreicht, sagte eine Sprecherin in Berlin. Ziel der Regierung sei, "eine schnelle Lösung zu finden", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Zunächst müsse nun ein sicherer Hafen gefunden und über die Verteilung der Geretteten auf die EU-Staaten gesprochen werden.

Gerettete aufnehmen sei eine europäische Aufgabe

Eine Sprecherin des Innenministeriums erklärte, Deutschland habe im vergangenen Jahr 227 aus Seenot Gerettete aufgenommen, unter der Voraussetzung: "Es ist eine europäische Aufgabe, deswegen muss es im Geiste der Solidarität mehrere EU-Staaten geben, die sich an der Aufnahme beteiligen."

Derzeit wartet bereits ein weiteres Rettungsschiff der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea mit mehr als 50 Migranten auf den Einlass in einen sicheren Hafen. Italiens Innenminister Matteo Salvini hat eine Einfahrt bereits verboten. Malta hatte sich bereit erklärt, die Menschen von dem Segelboot "Alex" aufzunehmen. Allerdings nur, wenn Italien im Gegenzug 55 Migranten übernimmt, die bereits in Malta sind.

Das Schiff der Hilfsorganisation Sea-Watch war mit Dutzenden Migranten mehr als zwei Wochen auf dem Meer blockiert, bevor die Kapitänin Carola Rackete trotz Verbots der italienischen Regierung in den Hafen von Lampedusa gefahren ist. Sie wurde festgenommen. Allerdings hob eine Ermittlungsrichterin diese Woche den Hausarrest wieder auf und ließ die Vorwürfe gegen die Deutsche fallen.

(an/dpa)

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