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Ermittlungspanne bei verschwundenem Jungen im Ruhrgebiet?

24.12.2019 13:24 Uhr

Zweieinhalb Jahre soll ein 44-Jähriger den vermissten Jungen in seiner Wohnung "gehalten" haben - aber hätte der Junge vielleicht bereits Ende Juli gerettet werden können?

Bei der Suche nach einem verschwundenen Jungen im Ruhrgebiet soll es möglicherweise eine gravierende Ermittlungspanne gegeben haben. Nachdem Ende Juli 2019 in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" nach dem 15-Jährigen gesucht worden war, habe es bereits einen Hinweis gegeben, dass er sich in der Wohnung eines 44-Jährigen in Recklinghausen aufhalte, teilte die Polizei mit. Derzeit werde polizeiintern geprüft, ob das Polizeipräsidium Duisburg diesem Hinweis mit der gebotenen Konsequenz nachgegangen sei.

Im Schrank versteckt

Der zuvor seit gut zweieinhalb Jahren vermisste Jugendliche war am Freitag bei einer polizeilichen Durchsuchung zufällig in der Wohnung eines Kinderpornografie-Verdächtigen in Recklinghausen entdeckt worden. Der 15-Jährige befand sich in einem Schrank. Ermittler des Fachkommissariats für Sexualdelikte hatten die Wohnung des 44-Jährigen auf der Suche nach Abbildungen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs unter die Lupe genommen. Anlass war der Verdacht der Verbreitung kinderpornografischer Schriften. Gegen den 44-Jährigen erging noch am Freitag ein Haftbefehl "wegen einer schwerwiegenden Sexualstraftat". Die Behörden machten bislang keine Angaben dazu, ob der 15-Jährige Opfer dieser Straftat gewesen sein soll.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der verhaftete 44-Jährige wegen des Besitzes von Kinderpornografie bereits früher in Erscheinung getreten. Im März 2018 habe er deshalb eine zehnmonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung erhalten, sagte Kuhnert weiter.

(be/dpa)

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