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Ermittlungsbericht zum russischen Informanten Perepilitschni: Keine Vergiftung

20.12.2018 22:03 Uhr

Laut einer gerichtlichen Untersuchung liegt die Todesursache des 2012 in Großbritannien gestorbenen russischen Informanten Alexander Perepilitschni nicht an einer Vergiftung.

Für diese Vermutung gebe es keine Belege, erklärte der Untersuchungsrichter Nicholas Hilliard am Mittwoch in London. Zwar sei eine Vergiftung "nicht völlig auszuschließen". Es spreche aber alles dafür, dass der Geschäftsmann eines natürlichen Todes gestorben sei. Todesursache war der Untersuchung zufolge ein plötzliches Herzversagen.

Einer von 14 Fällen

Perepilitschni, der der US-Investmentfirma Hermitage Capital Management dabei geholfen hatte, einen Fall von Geldwäsche in Russland zu prüfen, war 2012 beim Joggen in der Nähe von London gestorben. Zwei Jahre nach seinem Tod veranlasste seine Lebensversicherung Untersuchungen, bei denen Spuren eines Gifts von einer chinesischen Pflanze namens Gelsemium in seinem Magen gefunden wurden. Die Substanz kann einen Herzstillstand verursachen.

Der Fall war einer von 14, die Großbritannien nach der Vergiftung des russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal im März im englischen Salisbury erneut untersuchen ließ.

Perepilitschni war ein möglicher Kronzeuge in der Affäre um den Tod des russischen Anwalts Sergej Magnizki. Magnizki hatte in Moskau für Hermitage Capital Management gearbeitet und wurde im November 2008 festgenommen. Laut der Firma hatte er die Veruntreuung öffentlicher Gelder publik gemacht, an der russische Beamte beteiligt waren. Die Behörden verfolgten ihn daraufhin wegen angeblicher Steuervergehen. Magnizki starb im November 2009 in einem Moskauer Gefängnis. Laut einem offiziellen russischen Untersuchungsbericht starb er durch gezielte Schläge, die ihm Beamte im Gefängnis zufügten.

(sis/afp)

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