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Ermittlungen wegen Ghosns pompöser Hochzeit auf Schloss Versailles

12.3.2019 13:53 Uhr

Vier Monate, nachdem Renault im Juni 2016 einen Sponsorenvertrag mit Schloss Versailles abgeschlossen hatte, traute sich Carlos Ghosn ebenda mit seiner zweiten Frau - eine prunkvolle Hochzeit. Doch das hat die Aufmerksamkeit der französischen Justiz auf sich gezogen. Derweil hat der Automanager über seinen Anwalt erklären lassen, die Kosten in Höhe von 50.000 nachträglich selbst zu übernehmen.

Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein, wie es am Montagabend hieß. Der frühere Manager der Autobauer Renault und Nissan hatte sich zuvor über seinen Anwalt bereit erklärt, die Kosten nachzuzahlen.

Profitierte Ghosn von Kultursponsoring?

Renault hatte zu dem Fall Dokumente an die Justiz übergeben. Demnach gibt es Hinweise, dass Ghosn persönlich von Kultursponsoring profitierte, das Renault an die Betreibergesellschaft von Schloss Versailles zahlte.

Renault hatte im Juni 2016 einen Sponsorenvertrag mit Schloss Versailles abgeschlossen. Vier Monate später feierte Ghosn im Lustschloss Grand Trianon im Park von Versailles mit großem Pomp im Stil der früheren Königin Marie Antoinette die Hochzeit mit seiner zweiten Frau.

Ghosn war am 19. November in Japan festgenommen worden, ist aber seit der vergangenen Woche unter Zahlung einer Kaution wieder auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft in Tokio wirft dem 65-Jährigen vor, er habe jahrelang ein zu niedriges Einkommen bei dem Autohersteller Nissan deklariert, der mit Renault eine Allianz unterhält. Der frühere Manager soll auch persönliche Verluste auf Nissan übertragen haben. Ghosn bestreitet die Vorwürfe.

(sis/afp)