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Ermittler: Kein Fehlverhalten der "Sea-Watch 3"

3.2.2019 12:39 Uhr

Erst durfte die Sea-Watch 3 nicht im Hafen des italienischen Catanias anlegen, dann nicht ablegen. Jetzt stellten die italienischen Ermittler fest, dass kein Fehlverhalten vorgelegen habe.

Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch hat sich nach Einschätzung der italienische Justiz im Zusammenhang mit der Rettung von 47 Migranten nicht falsch verhalten. Zwar äußerte die Staatsanwaltschaft in Catania in einer Mitteilung am Samstag Bedenken an der Tauglichkeit des Schiffs «Sea-Watch 3» für die Seenotrettung im Mittelmeer. Gesetzesverstöße konnten die Ermittler aber nicht feststellen.

Abfahrt in ein paar Tagen geplant

Die «Sea-Watch 3» war fast zwei Wochen mit geretteten Migranten im Meer unterwegs, bevor sie am Donnerstag nach einer europäischen Lösung zur Aufnahme der Menschen dann doch in Italien anlegen durfte. Bislang durfte das Rettungsschiff den Hafen in Catania allerdings noch nicht verlassen, sagte Sea-Watch-Sprecher Ruben Neugebauer am Sonntag. «Wir haben immer noch eine Liste mit Dingen, die wir laut Küstenwache machen müssen, bevor wir abfahren», sagte er. «Das alles umzusetzen wird sicher ein paar Tage dauern.» Die Organisation wolle aber schnellstmöglich wieder im Einsatz sein.

Jagd nach libyschen Menschenhändlern

Die Staatsanwaltschaft erklärte, unter anderem wegen der Begünstigung illegaler Migration Ermittlungen gegen unbekannt eingeleitet zu haben. Das Ziel: Die libyschen Menschenhändler identifizieren, die die Abfahrt der Migranten von der Küste des Bürgerkriegslandes organisiert haben, sowie diejenigen ausfindig machen, die das Boot gesteuert haben, bevor die Seenotretter eingriffen.

Italiens Innenminister Salvini macht Sea-Watch 3 Vorwürfe

Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte Sea-Watch unter anderem vorgeworfen, nach der Rettung der Migranten «mitten in einem Unwetter» nach Italien statt ins nahe gelegene Tunesien gefahren zu sein. Das Wetter sei noch gut gewesen, als die «Sea-Watch 3» in Richtung Lampedusa gesteuert sei, stellten die Ermittler klar. Dass der Kapitän sich dann für die Weiterfahrt an die Ostküste Siziliens statt nach Tunesien entschlossen habe, sei «gerechtfertigt» gewesen. Sonst hätte sich das Schiff auf das aufziehende Tief zubewegt. Zudem hätten die tunesischen Behörden der NGO in der Vergangenheit das Anlegen auch zum Aufstocken der Vorräte verwehrt.

(be/dpa)