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Erfolgreiche Plasmatherapie in der Türkei gegen Covid-19

12.4.2020 13:11 Uhr, von Andreas Neubrand

Im Kampf gegen das Coronavirus kommen gute Nachrichten aus der Türkei. Dort haben Patienten, die eine Rekonvaleszenz-Plasmatherapie erhalten haben, positiv auf eine Covid-19-Behandlung angesprochen, wie der Rote Halbmond berichtet.

"Wir erhalten positive Signale von Ärzten, die sich um schwerkranke Menschen kümmern, die sich einer Immunplasmatherapie unterziehen", sagte Dr. Kerem Kinik, Leiter des türkischen Halbmondes gegen über den Nachrichtenagenturen.

Mit Antikörpern gegen das Virus

Das Ziel der Anfang der neunziger Jahre erstmals erprobten Therapieform ist es, die Antikörper aus dem Blut eines Patienten zu separieren, der sich von einer Viruserkrankung erholt hat und auf einen erkrankten Patienten zu übertragen, erläuterte Kinik das Prozedere. Er erwähnte auch, dass bisher erst wenige Patienten in der Türkei das Plasma erhalten hätten.

Das bisher so wenig Patienten das Plasma bekommen, so Kinik, läge daran, dass "die Blutzentren vom Türkischen Roten Halbmond erst kürzlich damit begonnen haben, Plasma von der ersten Gruppe der an Covid-19 erkrankten Personen zu sammeln." Am 11. März wurde zum ersten Mal das Coronavirus in der Türkei offiziell gemeldet. Zwei Wochen später, am 26. März, wurde die erste Genesung eines Patienten diagnostiziert.

Gesundheitsministerium und Universitäten arbeiten zusammen

"Zwei Wochen nach der ersten Genesung haben wir in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium und der Hacettepe Universität begonnen, eine Rekonvaleszenz-Plasmatherapie anzuwenden."

"In den kommenden Tagen soll sich die Zahl der Plasma-Spender erhöhen. Damit können wir dann genug Plasma herstellen und es an jedes Pandemiekrankenhaus liefern", so der Mediziner.

Ein Spender kann sechs Menschen helfen

Dabei betont Kinik die Bedeutung der Rekonvaleszenz-Plasmatherapie bei der Bekämpfung von Covid-19. "Ein Spender, der sich von Covid-19 erholt hat, kann innerhalb von sechs Wochen sechsmal 400 Milliliter spenden. Das bedeutet, dass wir mit einem genesenen Patienten sechs weitere Patienten heilen können."

In den USA hat sich die Food and Drug Administration (FDA) sowie mehrere Universitäten in China und Europa wissenschaftlich mit dieser Therapie befasst. Dort wird nun die Therapie routinemäßig durchgeführt. Vor allem in Deutschland, Italien und Großbritannien kommt sie häufig zur Anwendung.

Zweitägige Ausgangssperre

Seit Freitag herrscht in 31 Provinzen eine zweitägige Ausgangssperre. Sie wurde um Mitternacht verhängt und soll helfen, das Virus einzudämmen. Ausgenommen von der Ausgangssperre sind Personen, die einen Verwandten ersten Grades bestatten müssen und für Leute, die einen Termin für eine Blut- und Plasmaspende haben.

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