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Erdogan: Wir werden die Annexion der Krim nicht akzeptieren

8.8.2019 13:16 Uhr

Am Mittwoch empfing der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seinen ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj. Auf dem Programm stand unter anderem das Thema "Krim". Präsident Erdogan unterstrich, dass die Türkei die illegale Annexion der Krim nicht akzeptieren werde.

Nach dem Treffen mit seinem ukrainischen Amtskollegen in Ankara erklärte Erdogan auf einer gemeinsamen Pressekonferenz: "Die Fortführung der Existenz unserer Verwandten in ihrem historischen Mutterland Krim, der Schutz ihrer Identität und Kultur sowie die Wahrung ihrer Grundrechte und -freiheiten sind die Prioritäten der Türkei."

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte Russland auf, im Rahmen der internationalen Gesetze zu handeln. Er betonte, dass die Krim zur Ukraine gehöre und dass sein Land und Russland einen gemeinsamen Weg finden würden, um Frieden und Stabilität in der Region wiederherzustellen.

Guter Nachbar und aufrichtiger Freund

Selenskyj bezeichnete die Türkei als "guten Nachbarn, aufrichtigen Freund und wichtigen strategischen Partner", um die Bedeutung der Türkei für die Beziehungen zur Ukraine hervorzuheben. "Ich möchte Ihnen für Ihre stetige Unterstützung der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine danken", sagte Selenskyj.

Selenskyj sagte, er wolle sein Land durch Wirtschafts- und Handelsreformen zu einem "Anziehungspunkt" für ausländische Investoren machen. Laut Selenskyj erreichte der Handel zwischen der Türkei und der Ukraine im Jahr 2018 einen Wert von über 3,5 Milliarden Euro. Diese Zahl spiegle nicht das Potenzial der beiden Länder wider.

Das angestrebte Handelsvolumen zwischen den beiden Nationen beträgt rund neun Milliarden Euro, und ein Freihandelsabkommen werde die Voraussetzungen dafür schaffen, dieses Ziel zu erreichen, so Selenskyj.

"Ich möchte die türkische Geschäftswelt in die Ukraine einladen", sagte Selenskyj und garantierte ein angenehmes Arbeitsumfeld.

Zweitätiger Besuch in der Türkei

Selenskyj ist zu einem zweitägigen Besuch in die Türkei gekommen. Neben dem Treffen mit dem türkischen Präsidenten steht unter anderem auch ein Treffen mit dem griechisch-othodoxen Patriarchat Bartholomäus von Istanbul auf dem Programm.

Das osteuropäische Land hat letzten Monat vorübergehend Parlamentswahlen abgehalten, nachdem Selenskyj, ein ehemaliger populärer Komiker, das Parlament, die Werchowna Rada, während seiner Vereidigungszeremonie im Mai aufgelöst hatte.

Die Wahlen fanden weder auf der Krim, einer 2014 von Russland illegal annektierten Halbinsel an der nördlichen Schwarzmeerküste, noch in der Ostukraine statt, die derzeit von pro-russischen Rebellen kontrolliert wird.

Friedenskorridor in Syrien

Erdogan betonte die Bedeutung eines "Friedenskorridors" in Syrien und erklärte, die Türkei und die USA hätten vereinbart, ein gemeinsames Operationszentrum einzurichten. "Die dreitägigen Gespräche mit der US-Militärdelegation verliefen positiv", sagte Erdogan und hob hervor, dass es wichtig ist, mit den USA einen Schritt in Richtung Osten des Euphrat zu machen.

Türkische und US-amerikanische Militärbeamte waren sich einig, dass die Sicherheitszone in Nordsyrien nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums ein "Friedenskorridor" für vertriebene Syrer sein wird, die sich nach Hause sehnen.

Die US-Botschaft in Ankara bestätigte auch in einer Erklärung, dass sich die Parteien darauf einigten, rasch "erste Maßnahmen" zu ergreifen, um die Sicherheitsbedenken der Türkei auszuräumen und ein gemeinsames Operationszentrum in der Türkei einzurichten, um die Einrichtung der Sicherheitszone zu koordinieren.

(be)

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