epa/Tatyana Zenkovich

Erdogan will Lage in Washington besprechen

7.10.2019 13:59 Uhr

Nach dem Beginn des US-Truppenabzugs will der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan "die Entwicklung" an der türkisch-syrischen Grenze im kommenden Monat mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump besprechen. Das Treffen solle in der ersten Novemberhälfte stattfinden, sagte er am Montag vor der Abreise zu einem Besuch in Serbien.

Erdogan hatte am Samstag angekündigt, ein Militäreinsatz in Nordsyrien gegen kurdische Milizen stehe kurz bevor. Die Türkei will gegen kurdische Milizen vorgehen, die sie als Terroristen ansieht und die in der Grenzregion Gebiete kontrollieren. Ob Erdogans Verweis auf die Gespräche in Washington bedeutet, dass er bis dahin auf den Militäreinsatz verzichten will, blieb zunächst unklar.

Abzug habe bereits begonnen

Die US-Regierung hatte am frühen Montagmorgen jedoch signalisiert, dass sie sich einer Offensive nicht in den Weg stellen wird. Streitkräfte der USA seien künftig nicht mehr "in der unmittelbaren Region", hieß es in einer Erklärung aus dem Weißen Haus. Nur wenige Stunden später bestätigten Quellen in Nordsyrien, dass der Abzug bereits begonnen habe.

In der Stellungnahme aus dem Weißen Haus hieß es auch, dass die USA der Türkei die Verantwortung für die in der Gegend inhaftierten IS-Kämpfer übertrügen. Erdogan sagte dazu, die Zahlen der Kämpfer in Gefängnissen seien "etwas übertrieben". Man überlege derzeit, wie mit ihnen umzugehen sei.

(dpa)

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