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Erdogan wendet sich an die Muslime in den USA

25.5.2020 20:03 Uhr, von Andreas Neubrand

Anlässlich der Feierlichkeiten des Bayram-Festes, welches das Ende des Ramadans markiert, hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in einem Grußwort an die Muslime in den USA die Solidarität der Türkei mit dem palästinensischen Volk bekräftigt.

"Wir werden den Ausverkauf des palästinensischen Landes nicht dulden", sagt er in einer Videobotschaft, die er auf Twitter an die amerikanischen Muslime richtete: "Es gebe schon lange keine Gerechtigkeit und keinen Frieden mehr in der Welt."

Israel will Teile der Westbank annektieren

Israel habe angekündigt, am 1. Juli Teile der Westbank zu annektieren. Das haben Premierminister Benjamin Netanjahu und der Vorsitzende der Blau-Weiß-Partei Benny Gantz vereinbart. Der Plan stieß weltweit auf Ablehnung und wurde auch von der Regierung in Ankara scharf kritisiert.

Das Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, wird nach internationalem Recht als besetztes Gebiet angesehen. Dadurch sind alle jüdischen Siedlungen – und die geplante Annexion – illegal.

Erdogan gratuliert US-Muslimen zum Ende des Ramadans

Außerdem gratulierte Erdogan den amerikanischen Muslimen zum Ende des Ramadans. "Ich gratuliere meinen amerikanischen muslimischen Brüdern und Schwestern im Namen der Bürger der Republik Türkei. Ich bete zu meinem Herrn, dass diese heiligen Tage eine Ära des Friedens und der Sicherheit, für die amerikanischen Muslime, die gesamte islamische Welt und die Menschheit einläutet", so Erdogan.

"Die Corona-Pandemie zeigt, dass keine Region oder Nation geschützt ist", fügte er hinzu: "Nur durch globalen Zusammenhalt könne die Probleme, die durch Krankheiten, Konflikte, Kriege, Migration, Rassismus, Islamfeindlichkeit, Terrorismus und Armut entstehen, überwunden werden."

Türkei leistet medizinische Hilfe

"Die Türkei hat sich bemüht, jedes Land in der Krise zu unterstützen – auch die USA", so Erdogan. Damit bezog er sich auf die medizinische Hilfe, die die Türkei während der Pandemie an andere Länder geschickt hat.

"Möge Allah unseren an Covid-19 verstorbenen und erkrankten Brüdern und Schwestern gnädig sein. Möge er ihren Familien Kraft spenden und die Erkrankten bald genesen lassen", fügte er hinzu: "Auch wenn wir den heiligen Monat Ramadan und Eid al-Fatr bitter verbracht haben, sind unsere Herzen vereint."

Pandemie verhindere Hilfe für Syrien

Zum anhaltenden Bürgerkrieg in Syrien sagte der türkische Präsident: "Da sich alle auf die Pandemie konzentrieren, leidet das unterdrückte syrische Volk weiterhin." Seit 2011 hat der Bürgerkrieg in Syrien Hunderttausende Menschen getötet und laut Schätzungen der UN mehr als 10 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen.

Zum Konflikt in Libyen sagte er: "Die putschistischen Haftar-Kräfte greifen weiterhin das eigene Volk an und destabilisieren die gesamte Region." Nach dem Sturz Muammar Gaddafis 2011 wurde 2015 die libysche Regierung der nationalen Einheit im Rahmen der UN eingesetzt. Seit April 2019 wird sie von den Streitkräften des General Haftar bekämpft. In dem Konflikt starben über 1.000 Menschen.

Muslime leiden im Westen unter Islamfeindlichkeit

"Auch während des heiligen Monats Ramadans sind in der islamischen Welt Blut und Tränen vergossen worden", fügte er hinzu: "Unsere Brüder und Schwestern im Westen leiden täglich unter islamfeindlichen und rassistischen Angriffen."

"Die Corona-Pandemie hat erneut den Nutzen internationaler Organisationen infrage gestellt", so der türkische Präsident: "Es bedarf dringend eine Neugestaltung des globalen Systems. Die Welt ist größer als Fünf." Damit bezieht er sich auf die fünf ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat der UN.

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