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Erdogan verteidigt Kauf von Waffensystemen

5.4.2019 19:22 Uhr

Vor seiner Reise nach Moskau hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den von den USA kritisierten Einkauf russischer Waffensysteme für sein Nato-Land verteidigt.

Die Russen hätten für ihre Flugabwehrsysteme vom Typ S-400 ein besseres Angebot gemacht als die USA für ihre Patriot-Anlagen, sagte Erdogan Medien zufolge am Freitag. Er trifft an diesem Montag in Moskau Kremlchef Wladimir Putin. "Unser S-400-Prozess läuft, und im Juli beginnen die Lieferungen", sagte er. "Amerika hat uns nicht die geeigneten Bedingungen geboten." Auch die Zahlungen an Russland liefen.

Geplante Gespräche über die Lage im Syrienkrieg

Bei ihrem Treffen wollen Putin und Erdogan auch über die Lage im Syrienkrieg sprechen, wie der außenpolitische Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, am Freitag der Agentur Interfax zufolge sagte. Dabei gehe es auch um den von Russland geforderten Abzug der US-Truppen aus Syrien. Russland unterstützt dort den Machthaber Baschar al-Assad, die Türkei dagegen die Opposition.

Bau der Gaspipeline Turkish Stream und des ersten Atomkraftwerks

Sprechen wollen die beiden Staatschefs nach Angaben von Uschakow zudem über den Bau der Gaspipeline Turkish Stream, durch die Ende des Jahres das erste Gas fließen soll. Zudem gehe es um den Bau des ersten Atomkraftwerks in der Türkei - die Anlage Akkuyu solle 2023 zum 100. Jahrestag der Gründung der türkischen Republik in Betrieb gehen, sagte Uschakow.

Am Abend wollen die beiden Staatschefs im berühmten Bolschoi Theater das russisch-türkische Kultur- und Tourismusjahr eröffnen. Gezeigt wird die türkische Opern-Ballett-Produktion "Troja". Zuletzt war Erdogan Mitte Februar in Russland gewesen. In Sotschi am Schwarzen Meer führte er mit Putin und dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani Gespräche zur Lösung des Syrien-Konflikts.

(gi/dpa)