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Erdogan und Putin verlängern Waffenruhe in Syrien

22.10.2019 19:25 Uhr

Am heutigen Dienstag trafen sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Russlands Staatschef Wladimir Putin in Sotchi an der russischen Schwarzmeerküste. Hintergrund der Gespräche war die Lage in Nordsyrien. Wie am Abend bekannt wurde, wird die Waffenruhe im Krisengebiet nahe der Grenze zur Türkei um sechs Tage verlängert, nachdem zuvor der US-Vizepräsident Mike Pence einen Waffenstillstand von fünf Tagen ausgehandelt hatte. Ziel war es, dass die kurdischen Milizen aus dem Gebiet abziehen konnten.

Gemeinsame Patrouillen vereinbart

Russland und die Türkei haben gemeinsame Patrouillen in Nordsyrien vereinbart. Wie der russische Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag nach russisch-türkischen Verhandlungen in Sotschi sagte, sollen die gemeinsamen Patrouillen nach einer Entwaffnung der kurdischen Milizen in der Region gestartet werden. Russlands Präsident Wladimir Putin sagte im Beisein des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, die Beschlüsse seien "sehr wichtig, ja sogar entscheidend, und werden es erlauben, eine sehr angespannte Situation zu lösen".

"Historische Vereinbarung"

Erdogan sprach von einer "historischen Vereinbarung". Er hatte zuvor stundenlang mit Putin darüber verhandelt, wie es in Nordsyrien nach dem Einmarsch türkischer Truppen weitergehen sollte. Mit den USA hatte die Türkei einen Waffenstillstand von vergangenem Donnerstag bis Dienstagabend 21.00 Uhr (MESZ) vereinbart, um den syrischen Kurden einen Rückzug aus einer von der Türkei geforderten "Sicherheitszone" entlang der Grenze zu erlauben. Die kurdischen Einheiten sollen sich bis dahin aus einem 120 Kilometer langen Streifen in Nordsyrien zurückziehen.

Erdogan sagte nun, ab Mittwochmittag beginne eine 150-Stunden-Frist für die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), um ihre Kämpfer und Waffen westlich und östlich dieses Streifens und in ein Gebiet 30 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt zurückzuziehen.

Patrouillen starten nach Frist

Der türkische Präsident fügte hinzu, nach der Frist würden die russisch-türkischen Patrouillen in zwei Gebieten starten, die zehn Kilometer östlich und westlich der Operationszone der türkischen Armee liegen sollten. "Alle YPG-Terroristen in Tal Firat und Manbidsch werden mit ihren Waffen aus dieser Region abziehen." Erdogan sprach von einer "historischen Vereinbarung" für den "Kampf gegen den Terrorismus, die territoriale Integrität und die politische Einheit Syriens sowie die Rückkehr der Flüchtlinge".

Russland unterstützt in Syrien schon lange die syrische Regierung von Machthaber Baschar al-Assad. Ihn hatten die Kurden um Hilfe gerufen, um die türkische Offensive abzuwehren. Diese war möglich geworden, nachdem die USA ihre Truppen aus Nordsyrien abgezogen hatten, obwohl die YPG ein enger Verbündeter des Westens im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) war.

Aktualisiert: 22.10.2019, 21:04 Uhr

(afp)

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