DHA

Erdogan: "Türkei wird ihre Rechte im Mittelmeer, der Ägäis und in Libyen schützen"

16.8.2020 21:00 Uhr

Die Türkei konzentriert sich voll und ganz auf den Schutz ihrer Rechte im östlichen Mittelmeerraum, in Libyen und in der Ägäis, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am 15. August 2020. Die Türkei fokussiere sich auch darauf, terroristische Gruppen in Syrien und im Nordirak zu stoppen, hieß es während einer Rede vor Parteimitgliedern der AKP in Rize am türkischen Schwarzen Meer.

"Wir führen die umfassendsten und erfolgreichsten Operationen in der Geschichte gegen terroristische Gruppen durch", sagte er. Seit 2016 hat die Türkei mehrere grenzüberschreitende Operationen sowohl in Nordsyrien als auch im Nordirak gestartet, um Angriffe gegen die Türkei zu unterbinden und nach eigenen Angaben Terrorkorridore zu verhindern. "Wir konzentrieren uns derzeit darauf, die Rechte und Interessen unseres Landes in allen Bereichen auf der höchsten Ebene der Welt zu verwirklichen", sagte Erdogan und fügte hinzu, dass dies die eigentliche Agenda der Türkei sei.

Erdogan: "Jeder in diesem Land kann sicher nach seinem Glauben leben"

Präsident Erdogan betonte, dass das Land auch bestrebt sei, die Coronavirus-Pandemie und ihre Folgen weiterhin zu bekämpfen und die türkische Wirtschaft zu stärken. Die Türkei sei laut Erdogan zu einer Quelle der Hoffnung für alle unterdrückten Regionen geworden - einschließlich Palästina, Jemen, Syrien, Myanmar und Libyen. In Bezug auf die gemeldeten Ungerechtigkeiten gegenüber der türkischen Minderheit in Griechenland sagte Erdogan: "Wir erwarten, dass Griechenland vernünftig handelt. Nicht wie von anderen angestiftet. Und dass man die Politik beendet, die dem Staatsterrorismus ähnelt, insbesondere gegen unsere Brüder in Westthrakien." Griechenlands Region Westthrakien - im Nordosten des Landes, in der Nähe der türkische Grenze - beherbergt eine seit langem etablierte türkische Minderheit mit rund 150.000 Einwohnern.

Erdogan sprach von Angriffen auf Moscheen und Schulen in Westthrakien und sagte, dass die Türkei im Gegensatz dazu fünf Jahre damit verbracht habe, das alte orthodoxe Sümela-Kloster in ihrer Schwarzmeerregion zu renovieren, das kürzlich den Mess-Dienst wieder aufgenommen habe. "Wir haben mit niemandem ein Problem mit der Religionsfreiheit. Jeder in diesem Land kann sicher nach seinem Glauben leben", sagte der Präsident zu den Parteimigliedern.

Erdogan: "Wir werden niemals zögern, auf die geringste Belästigung unseres Schiffes zu reagieren"

In Bezug auf Ankaras Energieexploration im östlichen Mittelmeerraum sagte Erdogan, dass das Vorgehen der Türkei sowohl im Hinblick auf das internationale Seerecht als auch auf etablierte Konventionen völlig gerechtfertigt sei. Die Türkei werde ihre Rechte weiterhin "mit allen Mitteln" verteidigen, hielt er fest. "Die Türkei wird sich niemals dem Banditentum auf ihrem Festlandsockel beugen und sich angesichts von Sanktionen und Drohungen nicht zurückziehen. Wir werden niemals zögern, auf die geringste Belästigung unseres Schiffes zu reagieren", sagte Erdogan und fügte hinzu, dass die Türkei niemals versucht, Spannungen zu erzeugen oder die Rechte anderer zu beanspruchen.

Er betonte, dass die Türkei die Rechte der Nation sowie der türkischen Zyprioten verteidige. Erdogan sagte, die einzige Lösung für den Streit liege im Dialog und in den Verhandlungen. Er forderte Athen auf, die Rechte der Türkei zu respektieren. Unterdessen erklärte das türkische Außenministerium am 15. August gleichlautend, dass die Türkei ihre legitimen Rechte und Interessen im östlichen Mittelmeerraum schützt und die EU sollte sich auf diejenigen konzentrieren, die einseitige und provokative Maßnahmen in der Region ergreifen.

Oktay: "Türkei will Diplomatie ausbauen"

Auf eine Erklärung des Treffens der EU-Außenminister am Freitag, in der die "volle Solidarität" der Mitgliedsstaaten mit Griechenland und der zyprischen Regierung bekräftigt wurde, sagte das Ministerium auf Twitter, dass Europa gegen diejenigen vorgehen sollte, die sich den Rechten der Türkei und der türkischen Zyprioten widersetzen. Ömer Celik, ein Sprecher der AKP, sagte auch, dass die Türkei keine Zugeständnisse an die "Blaue Heimat" der Türkei machen würde, was ihre Seegrenzen bedeutet.

Celik fuhr damit fort, dass die bedrohliche Sprache einiger Akteure zum Scheitern verurteilt sei, während diejenigen, die den Dialog auf rechtlicher Grundlage führen, sich durchsetzen werden. Das "griechische Drama" im östlichen Mittelmeerraum habe keine Rechtsgrundlage und Frankreich mache "leichtfertige" Aussagen, fügte er hinzu. Mit der Begründung, Athen wolle seine eigene Politik in die der EU anwenden, sagte Celik, der französische Präsident Emmanuel Macron habe versucht, seine Fehler in anderen Fragen durch Eingriffe in das östliche Mittelmeer zu vertuschen.

Vizepräsident Fuat Oktay sagte seinerseits, die Türkei versuche, die Zusammenarbeit und Diplomatie in ihrer Region, insbesondere im östlichen Mittelmeerraum, auszubauen. Er betonte, dass die Oruc Reis - ein unter türkischer Flagge stehendes Energieexplorationsschiff - entschlossen innerhalb der türkischen Seegrenzen im östlichen Mittelmeer operiert und fügte an, dass Akteure, die die Türkei auf ihr Festland beschränken wollen, am Ende zum Scheitern verurteilt sind.

(ce)

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