epa/Michael Klimentyev

Erdogan spricht mit Merkel und Macron

21.2.2020 17:22 Uhr

Über die Krise im Norden Syriens haben der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron am Telefon miteinander.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat in einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron über die Krise im Norden Syriens gesprochen. Um die humanitäre Krise zu vermeiden, bedürfe es konkreter Taten und starker Unterstützung, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge.

Erdogan forderte erneut ein Ende der Angriffe der syrischen Regierung und ihrer Unterstützer in der Rebellenhochburg Idlib nahe der türkischen Grenze. Zu Fernsehjournalisten sagte er kurz darauf, er werde zu Idlib um 18.00 Uhr (16.00 Uhr MEZ) mit Kremlchef Wladimir Putin telefonieren. Russland ist Schutzmacht der syrischen Regierung.

Türkei droht Assad

"Solange das Regime die Peinigung des Volkes in Idlib nicht stoppt, kommt ein Rückzug unsererseits nicht infrage", sagte Erdogan. Die Türkei unterhält seit einem Abkommen mit Russland in der Region Beobachtungsposten und hat diese in den vergangenen Wochen stark aufgerüstet. Die Türkei droht für Ende Februar mit einer Militäroffensive gegen die syrischen Truppen.

Außerdem bekundete Erdogan nach den Schüssen von Hanau sein Beileid für die Getöteten. Unter ihnen waren Menschen mit türkischen Wurzeln.

Über die Lage in Idlib hatten Merkel und Macron mit Putin bereits am Vorabend gesprochen. Sie hatten ein sofortiges Ende der Kämpfe und ungehinderten humanitären Zugang zu den Bedürftigen gefordert. Beide Politiker hätten sich dazu bereit erklärt, Putin und Erdogan zu treffen, um eine politische Lösung zu erreichen, wie der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, am Donnerstag mitteilte.

Erdogan sagte, Merkel und Macron hätten Putin einen Vierer-Gipfel in Istanbul am 5. März vorgeschlagen. Darauf gebe es von Putin aber noch keine positive Antwort.

Die Lage in Idlib war zuletzt eskaliert. Nach UN-Angaben flohen seit Anfang Dezember rund 900 000 Syrer vor den heranrückenden Regierungstruppen und Gewalt - auch in Richtung türkische Grenze. Das hatte in der Türkei, die bereits Millionen syrische Flüchtlinge beherbergt, Sorgen ausgelöst. Syrien hatte die Offensive auf die letzte große Rebellenhochburg um die Stadt Idlib im vergangenen Jahr begonnen. Trotz einer Waffenruhe setzten sie die Angriffe in den vergangenen Wochen fort und konnten größere Gebiete einnehmen.

(an/dpa)

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