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Erdogan spricht "letzte Warnung" vor Militäreinsatz gegen syrische Truppen in Idlib aus

19.2.2020 13:00 Uhr

Im Nordwesten Syriens spitzt sich der Konflikt zwischen der Türkei und den von Russland unterstützten syrischen Streitkräften weiter zu. Ein türkischer Einsatz gegen syrische Streitkräfte stehe in der Provinz Idlib "unmittelbar bevor", sollten sich diese nicht bis zum Monatsende hinter türkische Militärposten in der Region zurückziehen, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch bei einer Rede in Ankara. "Das sind unsere letzten Warnungen."

Die türkischen Truppen könnten "ohne Vorwarnung eines Nachts auftauchen", sagte Erdogan. Die Gespräche mit Russland als Verbündetem der syrischen Streitkräfte gingen weiter, sie hätten jedoch bislang kein "Ergebnis, das wir wollen", gebracht. "Wir sind sehr weit von dem Punkt entfernt, den wir erreichen wollen."

Kräfte in Idlib aufgestockt

Die Türkei stockte in den vergangenen Tagen ihre Kräfte in Idlib bereits auf. "Wir haben alle unsere Vorbereitungen getroffen, um unsere eigenen Pläne umsetzen zu können", betonte Erdogan. "Wir sind entschlossen, aus Idlib eine sichere Region für die Türkei und die einheimische Bevölkerung zu machen, egal zu welchem Preis." Russland warnte die Türkei unverzüglich vor einem Angriff auf syrische Truppen. Dies wäre das "schlechteste Szenario", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die syrische Armee geht seit Dezember mit Unterstützung Moskaus militärisch verstärkt gegen die überwiegend islamistischen und dschihadistischen Milizen in der Provinz Idlib vor. Der syrische Machthaber Baschar al-Assad will die Region wieder unter seine Kontrolle bringen. Die Türkei steht auf Seiten der Gegner Assads, die ihre letzte Hochburg in dem Bürgerkriegsland verteidigen wollen.

Ankara und Moskau werfen sich gegenseitig vor, ihre Verpflichtungen aus dem Abkommen von Sotschi aus dem Jahr 2018 nicht einzuhalten. Beide Seiten hatten sich damals auf die Einstellung der Kämpfe in Idlib geeinigt. Alle seither vereinbarten Feuerpausen wurden jedoch kurz nach Inkrafttreten gebrochen.

(be/afp)

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