epa/Sergei Chirikov

Erdogan sieht Treffen mit Trump positiv

12.11.2019 14:32 Uhr

Dem Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten sieht sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan trotz angespanntem Verhältnis positiv entgegen. "Trotz des trüben Klimas in unseren Beziehungen sind wir uns mit Präsident Trump darüber einig, wenn es darum geht, Probleme zu lösen und unsere Beziehungen auszuweiten", sagte Erdogan am Dienstag in Ankara vor seinem Flug in die USA. Trump empfängt Erdogan am Mittwoch in Washington.

Erdogan sagte, er wolle mit Trump unter anderem über den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen sprechen. Die Türkei macht den Prediger für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich und fordert seine Auslieferung. Weitere Themen seien die Entwicklungen in Nordsyrien und die sogenannte Sicherheitszone, sagte Erdogan. Er warf den USA erneut vor, dass sie ihr Versprechen zum Abzug der Kurdenmiliz YPG aus der Grenzregion nicht eingehalten hätten.

"Die Terrororganisationen sind immer noch da"

Türkisches Militär war am 9. Oktober mit verbündeten Rebellen in Nordsyrien einmarschiert, um gegen die YPG zu kämpfen, die die Türkei als Terrororganisation betrachtet. Inzwischen haben sich Russland als Schutzmacht Syriens und die Türkei auf eine gemeinsame Kontrolle des Grenzstreifens und eine Waffenruhe geeinigt. Die YPG sollte sich zurückziehen.

"Die Terrororganisationen sind immer noch da", sagte Erdogan. Zuerst werde er mit Trump und dann mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin darüber sprechen.

Für die USA waren die von der YPG geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) ein wichtiger Partner im Kampf gegen die Terrormiliz IS. Trump hatte mit einem Abzug der US-Truppen aus Nordsyrien den Weg für die türkische Offensive erst frei gemacht. Kritiker warfen ihm vor, die Kurdenmiliz im Stich gelassen zu haben.

(an/dpa)

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