Hürriyet

Erdogan-Gattin zu Gast: Spezielle Klinik für Meeresschildkröten in der Türkei

25.8.2020 8:15 Uhr

Sie verfangen sich in Fischernetzen, Angelschüren und sogar in Schiffsschrauben: Damit die Meeresschildkröten nicht qualvoll verenden müssen, werden die verletzten Tiere im Forschungs-, Rettungs- und Rehabilitationszentrum für Meeresschildkröten (DEKAMER) in der westlichen Provinz Mugla mit großer Sorgfalt behandelt.

Die Meeresschildkröten kommen aus der ganzen Türkei in das Zentrum in der Nähe des Strandes Iztuzu im Distrikt Ortaca, einem der wichtigsten Nistgebiete der Reptilien. Dort seien unter anderem mehrere Tierärzte und Biologen angestellt, die sich um die Meeresschildkröten kümmern könnten. Auch jede erdenkliche Operation an den Tieren - vom kleinen Eingriff bis zur Amputation - wäre möglich, sagte der Präsident des DEKAMER, Professor Yakup Kasa, anlässlich eines Besuchs von Emine Erdogan, Ehefrau des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Sie setzte bei einer Promotion-Veranstaltung drei genesene Meeresschildkröten wieder ins Meer zurück.

Behandlung wie im Krankenhaus

Wie gut es die verletzten Meeresschildkröten in dem Zentrum haben, zeigt der Behandlungsplan, der einem Krankenhausaufenthalt eines Menschen ähnelt. "Bei den verletzten Schildkröten wird zunächst das Blut untersucht und wenn nötig werden auch Röntgenbilder gemacht“, erklärte Kasa. Für ganz schwere Fälle gäbe es sogar eine Intensivstation. Zudem würde auf die richtige Ernährung und Wasserversorgung geachtet. "So wie wir Menschen in einem Krankenhaus drei Mahlzeiten am Tag erhalten, werden die Tiere hier täglich gefüttert und das Wasser wird oft gewechselt", sagte er.

Kase betonte zudem, dass in den vergangen zwölf Jahren 417 Schildkröten in das Rettungszentrum in Mugla gekommen wären. 207 von ihnen wären wieder gesund ins Meer zurück geschwommen. "30 Prozent der Tiere, die hierherkommen, können trotz bester Behandlung leider nicht gerettet werden. Die Verletzungen sind dann einfach zu schwer", so Kasa.

(bl)

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