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Erdogan droht Syrien und verlangt Rückzug von türkischen Posten

5.2.2020 12:56 Uhr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat nach der Eskalation der Spannungen zwischen türkischem und syrischem Militär im Nordwesten Syriens der Regierung in Damaskus scharf gedroht. Die Türkei werde handeln, sollte sich das syrische Militär nicht von den türkischen Beobachtungsposten zurückziehen, sagte Erdogan am Mittwoch in einer Rede in Ankara. Wenn es nicht noch im Februar abrücke, werde die Türkei gezwungen sein, «diese Sache eben selbst in die Hand zu nehmen».

Am Montag waren in Idlib unter syrischem Beschuss nach offiziellen Angaben sieben türkische Soldaten und ein ziviler Mitarbeiter des Militärs getötet worden. Die Türkei hatte daraufhin einen Vergeltungsangriff gestartet, bei dem mehrere syrische Soldaten ums Leben kamen. Der Vorfall sei «der Anfang einer neuen Ära in Syrien» gewesen, sagte Erdogan. «Da, wo das Blut von türkischen Soldaten geflossen ist, können wir nicht zulassen, dass alles so weitergeht wie bisher.» Erdogan warnte, dass jeder Luft- oder Bodenangriff in Zukunft «ohne eine Warnung auf die gleiche Weise beantwortet» werde.

Letztes Rebellengebiet

Idlib ist nach fast neun Jahren Bürgerkrieg in Syrien das letzte große Rebellengebiet. Die syrischen Streitkräfte sind auf dem Vormarsch. Die Türkei unterstützt in dem Bürgerkrieg Rebellen. Sie hatte sich mit Syriens Schutzmacht Russland auf eine Deeskalationszone für Idlib geeinigt und zwölf Beobachtungsposten errichtet. Kontrolliert wird das Gebiet von der Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS), die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe steht. In der Region leben geschätzt rund drei Millionen Menschen. Hunderttausende fliehen derzeit vor syrischen und russischen Angriffen - auch in Richtung der türkischen Grenze.

Operation Friedensquelle könnte fortgesetzt werden

Erdogan kündigte am Mittwoch ebenfalls an, dass die Türkei ihre Militäroffensive östlich des Flusses Euphrat in den kommenden Tagen fortsetzen könnte. Dort hatte sie im Oktober eine massiv kritisierte Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG begonnen, die sie als Terrororganisation betrachtet. Ein Abschnitt der Region steht unter der Kontrolle der Türkei. Von dort hatten sich die kurdischen Kämpfer zurückziehen sollen. Das sei aber nicht der Fall, sagte Erdogan. «Wenn in den kommenden Tagen die von uns erwarteten Schritte (...) nicht getan werden, dann werden wir nicht zögern, die Operation Friedensquelle (...) von rechts, links und von unten fortzusetzen.»

(be/dpa)

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